Stolz
Meine Frau hat soeben ihre Dissertation "Internet Communication and Practices of Scientists in the Academic World. An Intercultural Approach" vom Binden zurück bekommen und signiert gerade die "Eidesstattliche Erklärung".
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Persönliches
Nachtrag zum Mustertheorie Workshop
Ich habe noch vergessen auf einige Dateien zu verlinken, die mit den Workshop zur Mustertheorie zusammenhängen. Was folgt sind einige Links zu Dateien und Dokumenten:
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Links
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Musteransatz
Werkstatt der Schreiberlinge
Ein Erfahrungsbericht über die beste Konferenz, die ich je besucht habe
Vom 7.-11. Juli habe ich gemeinsam mit Reinhard Bauer an der EuroPLoP 2010 (European Conference on Pattern Languages of Programs) teilgenommen. Es war die 15. Europäische Konferenz, die – ganz im Gegensatz zu anderen Tagungen – nicht in einer jeweils anderen großen Stadt mit angeschlossenen Seminarhotel stattfand, sondern jedes Jahr in dem kleinen abgeschotteten und herrlichen Barockanlage des Kloster Irsee abgehalten wurde.
Es war für mich die interessanteste, interaktivste und inhaltreichste Konferenz, die ich bisher erlebt habe. Und ich habe immerhin schon über 30 Jahre Konferenzerfahrung!
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Musteransatz
Musteransatz – neu überdacht
In den letzten 14 Tagen hat es in meinem geistigen "Framework" zum Musteransatz eine gewaltige Neuorientierung gegeben. Meine Hauptkritik an den bisherigen Mustern im pädagogischen Bereich war es, dass sie keine Innovation transportieren, sondern trivial sind. (Vgl. dazu meinen Beitrag "Kritik der didaktischen Entwurfsmuster" vom März 2009.)
Nun aber bin ich der Auffassung, dass die Innovation nicht in der Lösung des Musters selbst liegt. Im Gegenteil: Es werden gerade bekannte Lösungen ("Best Practice" Beispiele) herangezogen und im Musterformat beschrieben. Die eigentliche Innovation besteht vielmehr in der Analyse der Bedingungen (Forces & Liabilities), wie sie das Patternformat vorsieht. Die Pattern-Beschreibung ist das Endprodukt einer Analyse von Wechselwirkungen und expliziert sogenanntes "Tacit Knowledge" (implizites Wissen), wie es sich in den durch Erfahrung gewonnen Best Practice Beispielen herauskristallisiert hat. Die eigentliche Innovation ist die Beschreibung der Kräfte & einschränkenden Bedingungen. Doch langsam und der Reihe nach:
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Musteransatz
Den Faden wieder aufnehmen
Managen und forschen: Ein Versuch der Konfliktlösung
Solange wie diesmal habe ich wohl noch nie Pause von meinem Weblog gemacht: 4 1/2 Monate! Allerdings gab es 9 Berichte von Aktivitäten auf der Einstiegsseite (= der Nachrichtenseite), die ich – entgegen früherer Gewohnheiten – zum Teil auch mit kritischen Inhalten und Reflexionen versah. Trotzdem: 16 Wochen ohne Weblogeintrag, das gab es bisher noch nie!
Wie schon bei früheren Unterbrechungen signalisiert auch diese Pause einen Umbruch, eine Neuorientierung in meiner Arbeit. Und wie es schon die außerordentliche Länge der Zeit signalisiert, einen Umbruch größeren Kalibers.
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DUK
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Aktivitäten
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Persönliches
GLL-Erste praktische Erfahrungen mit ANT
Obwohl das Projekt "Gemeinsam Latour Lesen" (GLL) gerade erst abgeschlossen ist, haben sich daraus bereits einige praktische Konsequenzen in meiner Forschungsarbeit ergeben. Diese (positiven) Erfahrungen und Rückmeldungen beruhen darauf, dass ich die Grundidee von ANT bereits in verschiedenen Zusammenhängen (Betreuung bei Dissertationen, Projekt, Vortrag, Lehrveranstaltung) eingesetzt habe.
New learning and teaching models emerging from 1‑to‑1 computing
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Folien: Actors-Network Theory
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Netbooks im Unterricht - Start
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Dissertationsausschreibung: Netbooks und Schulentwicklung
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GLL-12: Von der Gesellschaft zum Kollektiv
Im letzten Kapitel zieht Latour die Schlussfolgerungen zur politischen Relevanz der ANT. Er wendet sich insbesondere gegen den Vorwurf, dass ANT eine reaktionäre Sozialtheorie sei, die "Menschen wie Objekte behandelt" (438).
Ausgehend von meinem eher methodologischen Interesse bringt dieses Kapitel, das sich vorwiegend mit politischer Epistemologie beschäftigt, nicht mehr viel Neues. Außerdem verweist Latour hier auf seine ausführlichere Argumentation in "Wir sind nie modern gewesen" und "Die Hoffnung der Pandora". Ich kann mich also bei diesem Schlusskapitel ebenfalls kurz halten.
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Latour
GLL-11: Dritter Schritt - Orte verknüpfen
Wir erreichen jetzt langsam das Ende unserer mühsamen (Lese-)Reise zur Akteurs-Netzwerk Theorie. Die Ameise kommt – nachdem sie stur den Akteuren in ihren Weg durch das Dickicht der verschiedenen Formen des Sozialen gefolgt ist – langsam wieder an das Tageslicht. Nachdem wir den Transportwegen der zirkulierenden Entitäten gefolgt sind, durch dunklen Kanäle und unübersichtliche Netzwerke den Blick für das Ganze verloren haben, eröffnet sich nun vor unseren Augen eine flache Landschaft in der alle Größenverhältnisse (Makro/Mikro) eingeebnet wurden und die wir aus der gleichen (nivellierten) Ebene aus betrachten:
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Latour
Technische Rundschau 01
Um sich gegenseitig zu bildungstechnologischen Entwicklungen zu informieren, haben wir am Department einen neuen Sitzungstyp erfunden: Alle 6-8 Wochen treffen wir uns um uns gegenseitig kurz auf interessante Neuigkeiten hinzuweisen.
Die Mitarbeiter meines Departments lieben die Retrowelle und haben daher für dieses informelle Zusammentreffen intern den Namen "Technische Rundschau" geprägt.
Nachfolge eine kurze Zusammenfassung der Themen dieser 1. (bildungs-)technologischen Rundschau des Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien.
GLL-10: Zweiter Schritt – Das Lokale neu verteilen
Im vorigen Abschnitt wurde Globales lokalisiert, d.h. entmystifiziert, mit "Fleisch" unterlegt: Es wurde nach dem Ort gefragt, wo das Finanzkapital in die Krise schlittert bzw. sie verursacht (z.B. in den Büros der Wallstreet), der Irak-Krieg ausgelöst bzw. entfacht wurde (z.B. in den Kommandozentralen der US Army). Statt das Globale, das Strukturelle, das Totale amorph und abstrakt voraus zusetzen, ging es einerseits darum die vielen lokalen Stätten aufzusuchen an denen Struktur- und Kontexteffekte transportiert werden und andererseits deren zirkulierende Transportmittel (z.B. Dokumente der Bonitätseinschätzungen, Urkunden der Befehlsübermittlungen) nach zu verfolgen.
Im zweiten Schritt jetzt geht es darum, auch nicht das Lokale einfach so hinzunehmen, sondern – wie beim Globalen – hinein zu zoomen und zu entfalten. Nachdem der Kontext lokalisiert wurde (d.h. die geeigneten Orte für die Untersuchung gefunden und betreten wurden), interessiert nun nicht mehr das Wo sondern das Wie. Wie wird das Lokale hervorgebracht? Es geht dabei um die Rückverfolgbarkeit (Traceability) der lokalen Interaktionen.
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Latour
GLL-09: Erster Schritt - Das Globale lokalisieren
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Ursprünglich hatte ich ja vorgehabt einige Bücher von Latour zu lesen. Aber außer Laboratory Life (mit Kindle Reader) und einige Seiten von Science in Action konnte ich meine weihnachtlichen Vorsätze (wie immer) nicht einhalten. Dazu kam noch, dass während der Weihnachtsfeiertage eine ganze Reihe unaufschiebbarer Termine und Verpflichtungen für Jänner hinzukamen, die es mir auch nicht mehr erlaubten, meinen straffen Zeitplan für das Projekt "Gemeinsam Latour Lesen" einzuhalten. Das ist auch der Grund, warum ich erst jetzt – eine Woche verspätet – das Kapitel "Das Globale lokalisieren" bearbeite und ich auch nicht die Woche darauf, sondern erst wieder in 14 Tagen die Literaturreise mit "Das Lokale neu verteilen" fortsetzen kann.
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Latour
Kindle: Belletristik ja - Fachliteratur nein!
Kritische Bewertung nach 6 Wochen Erfahrung mit Kindle
Ich habe bereits in einem Beitrag vor 6 Wochen über meine ersten Erfahrungen mit Kindle 2 (international Version) berichtet. Sie waren insgesamt gesehen überraschend positiv: Es war durchaus angenehm einen englischen Krimi damit zu lesen. Nun nach 6 Wochen Erfahrung sieht die Bilanz allerdings bereits weit nüchterner aus. In der Zwischenzeit habe ich eine ganze Reihe von Kritiken gesammelt.
Die Bedeutungen der Fotos werden im Text erklärt. Es gibt aber auch eine Zusammenstellung der Fotos mit kurzem erklärenden Text.
GLL-08: Lokale Interaktion und globaler Kontext
Einige Grundprobleme der Soziologie
Beim letzten Kapitel vor Weihnachten kann und will ich mich kurz halten. Nicht nur weil mich eine Grippe behindert, sondern weil der Text für sich alleine nicht gut referiert werden kann. Er fasst einerseits einige Punkte aus dem ersten Teil – der Entfaltung der Kontroversen und der 5 Quellen der Unbestimmtheit – zusammen, andererseits bereitet er auf den zweiten Teil – der Sichtbarmachung von Assoziationen – vor.
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Latour
GLL-07: Wozu Akteur-Netzwerk-Theorie?
Theorie, Methode, Werkzeug?
In der Mitte des Buches "Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft" fasst Latour die bisherigen Überlegungen zu ANT in Form eines Dialogs zusammen. Der Text dieses Kapitels steht für sich alleine und verweist nicht auf frühere Kapitel und Argumentationen. Er ist auf Latours Website in einer englischen Fassung vorhanden.
Allerdings glaube ich inzwischen, dass es ungünstig ist, diesen Text alleine und isoliert zu lesen. Ich habe ihn zwar selbst bereits
seit Jahren als einen einführenden Text für Veranstaltungen zum
wissenschaftlichen Arbeiten verwendet. Vor kurzer Zeit hat mich jedoch
ein früherer Studierender, der inzwischen erfolgreich promoviert hat,
darauf hingewiesen, dass dieser Text damals ohne Vorbereitung für die
TeilnehmerInnen wenig verständlich war. Erst jetzt, wo er an der
Lesereise teilnimmt, habe er den Text so richtig zu schätzen gelernt. Peinlich für mich:
Aber auch spätes Feedback ist gutes Feedback
.
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Latour
Twitter Tipps – Von einem Anfänger für andere Anfänger
5 Tipps, die mir beim selbst den Einstieg in Twitter erleichtert hätten
Es ist vielleicht vermessen, dass jemand der erst selbst ein paar Tage twittert, anderen Leuten, die mit Twitter beginnen, bereits einen Ratschlag gibt. Aber vielleicht ist das gerade auch ein Vorteil? Wenn erste Erfahrungen gemacht werden kann das eigene– noch frische – Aha-Erlebnis vielleicht viel besser kommuniziert werden. Vielleicht sind die folgenden 5 Tipps für Twitter-AnfängerInnen daher nützlich. Mir persönlich hätten Sie auf jeden Fall ein paar Um- und Irrwege erspart.
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Werkzeuge
Twitter Mosaic
In meinem Selbstversuch mit Twitter habe ich jetzt 100 Tweets versendet und 118 "Followers" .
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Werkzeuge
GLL-06: Das Verfassen riskanter Berichte
Kontroversen entfalten und nicht erklären oder kritisieren
Das Verfassen von Berichten ist eine weitere (die fünfte) Quelle der Unbestimmtheit. Auch SozialwissenschaftlerInnen sind Akteure, MittlerInnen bzw. MediatorInnen. Es ist eine falsche Vorstellung zu glauben, dass ein "objektiver" Bericht bloß unbestreitbare Fakten darzustellen hat. Im Gegenteil: Ein guter ANT-Bericht ist ein Text, der selbst als Mittler auftritt und sich darum bemüht, die vor sich gehenden Kontroversen weiter zu entfalten.
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Latour
GLL-05: Unbestreitbare versus umstrittene Tatsachen
Das Kapitel zur 4. Unbestimmtheit ist doppelt so umfangreich (60 Seiten) wie die Abschnitte der anderen Unbestimmtheiten (ca. 30 Seiten). Das liegt aber nicht daran, dass diese Unbestimmtheit besonders schwierig zu erklären ist. Vielmehr nutzt Latour dieses Kapitel auch um auf die (noch relativ kurze) Geschichte der ANT einen Rückblick zu werfen. Ich möchte jedoch in einem ersten Schritt diese historische Aufarbeitung
überspringen und im Sinne der Mainstream-Argumentation mit der
Beschreibung der Unbestimmtheiten fortfahren.
[Ich bin mir ja sowieso bereits etwas unsicher geworden, wie viele Mitreisende es noch gibt. Vielleicht ist das vorgelegte Tempo auch etwas zu schnell? Jeder von uns hat schließlich noch ganz andere Sachen zu tun. Einmal "ausgestiegen" ist es wahrscheinlich schwierig den Anschluss wieder zu finden. Hat die Reise einmal begonnen ist es schwierig unterwegs wieder einzusteigen. Ich hoffe aber sehr, dass es auch für spätere LeserInnen Sinn macht diese Reise – dann durchaus in einem individuellen Tempo – selbständig nachzuvollziehen.]
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Latour
Dissertationen: Ohne Fragestellung und Methode geht es nicht
Einige Erfahrungen aus der Dissertationsbetreuung
Wie ist mit Anfragen zu inhaltlichen Hilfestellungen von mir wildfremden Leuten umzugehen? Ich habe dazu bereits im November 2006 – also ziemlich genau vor zwei Jahren – einen Beitrag unter dem Titel Wissensvampire unter uns? veröffentlicht. Es ist ein heikles Thema, das leicht als arrogante Haltung missverstanden werden kann. Trotzdem möchte bzw. muss ich mich jetzt nochmals damit beschäftigen.
Diesmal geht es aber nicht nur um allgemeine Fragen von Leuten, die an anderen Unis/FH studieren, sondern um Anfragen von Personen, die bei mir eine Dissertation schreiben wollen. Ich bekomme nämlich nicht nur weiterhin die oben erwähnte allgemeinen Rundumfrage-Mails, in neuerer Zeit sind sie nun auch teilweise mit dem Ansuchen um eine Dissertationsbetreuung verbunden. Wie soll ich darauf reagieren? Einerseits bin ich ja nicht abgeneigt DissertantInnen zu Fragestellungen, die mich inhaltlich interessieren, zu betreuen, andererseits ist eine darauf aufbauende Diskussion nicht nur sehr mühsam, sondern bringt in ihrer regelmäßigen Wiederkehr der gleichen Argumentationskette ein Deja Vu-Erlebnis.
Kiva – ein Netzwerk für Mikrokredite
In letzter Zeit nehmen sie zu, die "Freundschafts"-Anfragen für soziale Netzwerke wie Xing, Facebook, LinkedIn, stayfriends und wie sie alle heißen. Es artet bereits richtig zur Arbeit aus und man will ja nicht unfreundlich sein und solche Abfragen ablehnen ;-) Dabei bin ich bisher skeptisch über den Nutzen solcher Portale für mich gewesen. Bisher! Mit Kiva habe ich endlich auch an mir selbst emotional erfahren, was soziale Netzwerk bewirken können und warum sie Sinn machen.
Social Business - Links
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Mikrokredite – Links
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GLL-04: Auch Objekte sind Handlungsträger
Dritte Quelle der Unbestimmtheit
In diesem Kapitel diskutiert Latour nach "Gruppe" und "handeln" eine weitere Quelle der Unbestimmtheit: Wer ist alles Handlungsträger? Für Latour sind nicht nur Menschen sondern auch Objekte Handlungsträger. Diese Ansicht ist für Leute wie mich, die ein Studium der Soziologie hinter sich haben, schwer zu verkraften.
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Latour
GLL-03: 3.Woche: Handeln ist dislokal – ein Beispiel
Was bedeutet es, dass Handeln nicht lokalisierbar, verschoben, verlagert, dislokal ist?
Die Überschrift des Kapitels der 3. Woche ("Handeln wird aufgehoben") beeinhaltet den Begriff der "Aufhebung", der aus der – zumindest für mich – etwas dunklen Hegel'schen Ausdrucksweise stammt. Für mich drückt sich darin die nach meinem Gefühl für die ANT nicht ganz richtige Vorstellung einer Spiralbewegung aus, wo auf einer "höheren Ebene" etwas Neues entsteht, dabei aber das Alte – in anderer Form – weiter wirkt bzw. beibehalten wird. Zum Unterschied davon finde ich den Neologismus "dis-lokal" für das Verständnis von ANT geeigneter und auch insgesamt aussagekräftiger. Keine Spiralbewegung oder dialektischer Widerspruch sondern eine Zerstreuung, eine Art von Auflösung im Raum, eine Nicht-Lokalisierbarkeit.
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Latour
GLL-03: 3.Woche: Handeln wird aufgehoben (76-108)
Die zweite Quelle der Unbestimmtheit: Der Ursprung der Handlung
In diesem Kapitel de- und rekonstruiert Latour den sozialwissenschaftlichen Handlungsbegriff. Wie im vorigen Kapitel (Gruppenbildung = 1. Quelle der Unbestimmtheit, vgl. GLL-02) fordert ANT, dass keine voreilige Zuweisungen von WissenschaftlerInnen vorgenommen werden dürfen. Auch bei der Untersuchung der Handlungsträger und deren Handlungen muss das breite Spektrum der Kontroversen aus der Sicht der Akteure voll zur Entfaltung gebracht werden. SozialwissenschaftlerInnen und Akteure sind einander in ihrer Interpretationen, Theoriebildungen ebenbürtig wenn sie fragen: Wer handelt? Warum handelt wer? Was bringt und dazu das Gleiche zur gleichen Zeit zu tun? Warum knüpfen unsere Handlungen an die Handlungen anderer an? Wie entsteht die "soziale Welt" und woraus besteht sie?
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Latour
Habitate für die Forschung generieren
Anmerkungen zu: Creating a World Without Poverty – Social Business and the Future of Capitalism (Muhammad Yunis)
Ich habe vor einigen Wochen Creating a World Without Poverty – Social Business and the Future of Capitalism gelesen. Darin legt der durch die Mikrokredite bekannt gewordene Ökonom und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus eine hoch interessante Zukunftsvision vor. Er vertritt in seinem zweiten Buch die These, dass neben den "normalen" auf Profit ausgerichteten Firmen (Profit Maximazing Business, oder PMB) Unternehmen gegründet werden sollen, die ausschließlich soziale Ziele verfolgen sollten (Social Business oder Soziales Unternehmen - als Fachbegriff schreibe ich "Soziales Unternehmen" im weiteren Text immer mit großem "S"). Siehe dazu auch die Linksammlung im Anhang dieses Beitrags.
Im ersten Blick scheint es sich um eine verrückte – im besten Fall gut gemeinte aber illusionäre – Idee zu handeln: Warum sollten Kapitalgeber auf Profite verzichten und sich darauf beschränken nur ihre Investitionskosten zurück zu bekommen? Bei näheren Hinsehen stellt sich aber heraus, dass der Ökonom Yunus einen Vorschlag unterbreitet, der auf eine humanere, aber durchaus realistische alternative Perspektive innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftsordnung hinaus läuft. Und das frappierende daran: Die allgemeine Struktur seiner Idee könnte vielleicht auch auf andere gesellschaftliche Bereiche (z.B. der universitären Forschung) nutzbringend angewendet werden.
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Strategien
Uni-Forschung: It's the economy, stupid
Wenn Sie rechts auf mein LibraryThing Widget schauen, werden Sie immer öfter Bücher zu den Themen Ökonomie sehen. Der Grund für diese scheinbar "fachfremde" Literatur ist meine zunehmende Beschäftigung mit Fragen der Forschungspolitik. Mir wird – insbesondere nach dem Lesen von Die akademische Elite – zunehmend klarer, dass gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen meine Arbeit- und Lebenssituation nachhaltig (negativ) beeinflussen. (Siehe auch meinen Beitrag Forschungsmanagement statt Forschungsinhalte.) Der Clinton-Spruch It's the economy, stupid gilt offensichtlich auch für uns ForscherInnen.
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