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LearnTec 2007 - Inhaltliche Ausrichtung
Bericht aus dem Programmbeirat
Gestern fand die 1. Sitzung des Programmbeirats für die LearnTec 2007 - wie gewohnt – in Karlsruhe und angenehmer Atmosphäre statt. Das war für mich eine gute Möglichkeit nach meinem Forschungsfreisemester wieder Anschluss an die "Alltagsarbeit" zu gewinnen: Ich nutzte die Gelegenheit um meinen Wechsel nach Krems bekannt zu geben. Gleichzeitig ergab sich damit in Zusammenhang mit der LearnTec das neue/alte Aufgabengebiet:
Gemeinsam mit Frau Univ.Prof. Dr. Monika Petermandl werde ich – wie bereits früher, als ich noch in Österreich lebte und arbeitete – den österreichischen Markt im Sinne der LearnTec betreuen. Während sich Frau Petermandl hier mehr auf die Wirtschaftsseite konzentriert, ist mein Fokus auf die österreichischen Hochschulen gerichtet. Das ergibt eine optimale synergetische Wirkung aus zweierlei Gründen: Einerseits weil Frau Petermandl und ich uns bereits seit Jahrzehnten kennen und daher schon recht lange erfolgreich zusammenarbeiten, andererseits aber auch weil Frau Petermandl in der wissenschaftlichen Leitung eines im kommenden Oktober beginnenden Lehrgang Professional Teaching and Training an der DUK ist. Wir haben daher auch gleich die Gelegenheit in Karlsruhe genutzt um über Kooperationen, die über die LearnTec hinausgehen, zu sprechen.
Prof. Beck referierte zu Beginn der Besprechung einige Daten einer aktuellen Marketing-Befragung zur LearnTec, die ich hier kurz wiedergebe (Jedoch ohne Gewähr, dass ich sie richtig zusammengefasst habe!)
- Das Publikum der LearnTec kommt ziemlich genau jeweils zu einem Drittel aus der unmittelbaren Umgebung von Karlsruhe (bis 100 km Umkreis), aus dem Bereich von 100-300 km und darüber (300 +).
- Den Löwenanteil der BesucherInnen (1/3) bilden Personen aus dem Bereich der Verwaltung, Organisation- und Personalabteilungen, gefolgt (1/5) von Personen aus dem Bereich der IT und Kommunikationstechnik. Andere Bereich wie F & E, Geschäftsleitungen, Marketing/Vertrieb stellen jeweils etwa 10% der BesucherInnen.
- Bei der Betriebsgröße gibt es eine gleichmäßige Streuung von ganz klein (1-4 Beschäftigte) bis zu ganz groß (10.000 und mehr Beschäftigte).
- Das inhaltliche Interesse der TeilnehmerInnen ist sehr breit gestreut; ich habe den Zahlen jedoch eine deutliche Tendenz zu Technologiefragen gefolgt von Pädagogischen und didaktischen Fragestellungen entnommen. Zumindest war das meine Interpretation der nachfolgenden Aufstellung (Mehrfachantworten waren möglich):
- 68% eLearning Technologien
- 65% eLearning Methode
- 42% Bildungsmanagement
- 30% Knowledgemanagement
- 40% Pädagogische und didaktische Konzepte
- 50% Multimedia
- Ich halte das Verfahren - wenn es professionell gemacht wird - für zu aufwendig,
- Call for Papers sind dem Charakter der LearnTec nicht angepasst; die LearnTec ist primär kein wissenschaftlicher Kongress und
- Solch ein Verfahren ist mit hohen "sozialen Kosten" verbunden: Wie wird mit den abgelehnten Beiträgen umgegangen, dass diese InteressentInnen nicht "verprellt" werden?
Den Abschluss der angeregten Diskussion bildete ein Brainstorming zu möglichen inhaltlichen Themenstellungen für Sektionen. Ich habe dabei folgende 4 Themen vorgeschlagen:
- Web 2.0, Soziale Software mit Fokus auf die neuen didaktischen Potenziale, insbesondere mit Hinblick auf Communitybuilding und der neuen Rolle von Content (so genannten: "User generated content").
- Die Rolle von Standards, insbesonders SCORM 2004 und den für die Didaktik in Zukunft besonders wichtigen Standard IMS Learning Design (Siehe: FAQ zu IMS LD als PDF 156 kB).
- ePortfolios: Jeder EU-Bürger soll ja bis zum Jahre 2010 ein ePortfolio besitzen (vgl. Website von EIfEL (European Institute for E-Learning). Interessant dabei finde ich vor allem auch die bisher unterbelichtet gebliebenen didaktischen Fragen: ePortfolio können in Rahmen einer kompetenzbasierten Ausbildung als Assessement-Instrument dienen und hier insbesondere im Sinne eine formativen Evaluierung beim Aufbau meta-kognitiver Prozesse unterstützend wirken.
- 2007 ist ca. die Hälfte der Laufzeit der Förderlinie A (eLearning Dienste für die Wissenschaft) des BMBF abgelaufen. Es wäre meiner Ansicht nach sinnvoll mal zu schauen, welche Konzepte hier die Hochschulen verfolgen. Das könnte auch für andere Institutionen über die Hochschulen hinaus im Sinne der Optimierung von Geschäftsprozessen und des Aufbaus von Strukturen des Wissensmanagement interessant sein.
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Zunächst vielen Dank für den ersten Ausblick auf die Learntec 2007. Ich bin ganz Ihrer Meinung, dass Themen die heute in aller Munde sind auf jeden Fall im kommenden Jahr einen großen Platz einnehmen sollte.
Gerne verfolgen wir das Konzept unter http://www.learntec.de weiter.
Grüße
Marco Ripanti
Ihre Ablehnung eines Call for Papers Verfahrens möchte ich unterstützen. Die Learntec sollte nicht nur über neue Methoden und Wege berichten und diskutieren sondern diese soweit als möglich selbst praktizieren. Wenn Vorträge auf der Learntec erst als Aufwertung des eigenen Profils verstanden werden (so scheint es mir bisweilen), dann sind wir im Vergleich zur Struktur des klassischen Wissenschaftsbetriebs kein Stück weitergekommen. Man sollte nicht auf der einen Seite über social software und folksonomy reden aber gleichzeitig die Learntec wie einen klassischen Kongress organisieren.
Die Idee eines virtuellen Kongresses im Vorfeld scheint mir sehr geeignet. Details wären natürlich noch zu bestimmen.
Gruß, Bernhard Hiegl
Nicht nur in die Vorbereitung zur Learntec sollte mehr Aktivität, sondern vor allem während der Messe. Siehe meine Messe-Nachlese:
< Komplett: http://www.vcademy.de/wordpress/?cat=11 >
... Zum Beispiel als informeller Lernpark: Unter Mitwirkung der Aussteller wird eine Lernumgebung eingerichtet, auf die von (hoffentlich) vielen Ständen aus zugegriffen werden kann. Hier sind Infos zur Messe, dem Kongress und - ganz wichtig - Fachartikel, Interviews etc. abrufbar. Darüberhinaus können Kommentare und Meinungen abgegeben werden. Besucher können ohne Registriereng, also so einfach wie möglich, an den Terminals auf der ganzen Messe sich an Diskussionen beteiligen und Wissen austauschen (wie war dies doch mit eLearning und Wissensmanagement?). Es stehen die Vorträge aufrufbar bereit, evtl. werden diese live übertragen. Es würden sicher einige
Aussteller bereit hierfür das notwendige Equipment und Softare bereit zu stellen. ...
Lore Reß
Also habe ich eine private Initiative ergriffen und mit ein paar Partnern und Kunden die folgende erfolgreiche Aktion durchgeführt: LEARNTEC Live online Sessions
Wir haben nicht viel Geld in die Werbung gesteckt, aber die Live Online Sessions waren teilweise besser besucht als die offziellen Messeforen. Im Vorfeld der Aktion wurden wir sogar dazu aufgefordert nicht zuviel Werbung dafür zu machen. No Comment.
Auf jeden Fall konnten wir eine Menge Erfahrungswissen über Live Online Veranstaltungsreihen in und um die LEARNTEC herum sammeln. Das stelle ich gerne zur Verfügung.
Matthias Rückel