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19.02.2008
ArtikelaktionenZotero: Research, not re-searchZotero - DER persönliche ForschungsassistentIn den letzten Tagen habe ich einige persönliche Erfahrungen mit Zotero gesammelt. Je mehr ich es benutze, desto mehr bin ich begeistert von diesem Werkzeug! Es ist nicht nur ein fantastisches Instrument zur Forschungsunterstützung, sondern das Management von (Web-)Quellen ist wohl erst der Anfang einer vielversprechenden Entwicklung – wie es in auch einem der sich wechselnden Sprüche auf der Titelseite nicht zu unrecht verheißungsvoll heißt. Ursprünglich hatte ich Zotero zu Weihnachten im Zusammenhang meiner Recherchen zu wissenschaftlich.arbeiten.buch wahrgenommen. Dabei ist es mir vor allem im Kontext des Sammelns von webbasierten Literaturquellen untergekommen. Möglicherweise ist deshalb mein Wahrnehmung anders fokussiert – um nicht zu sagen: beschränkt – gewesen ;-). Zotero kann nämlich viel mehr. Es ist wirklich eines der Programme, wo sich die Empfehlung RTFM wirklich auszahlt – insbesondere auch deswegen weil es als wunderschöne screencasts als Tutorials dazu gibt. See it. Save it. Sort it. Search it. Cite it.Das war in etwa meine erste Wahrnehmung von Zotero: Ich kann Literaturquellen im Internet aufsuchen (angefangen von amazon.com, über Google Scholar und Google Books bis hin zu lokalen Universitätsbibliothekskatalogen wie z.B. der Uni Wien) und gleich Bibliografie- bzw. zitierfähig im Firefox Browser abspeichern. Es gibt eine sehr umfassende Liste von mit Zotero kompatiblen Websites, bei der allerdings die hiesigen Bibliothekskataloge leider noch kaum vertreten sind. Trotzdem aber lässt sich mit Zotero – gerade auch in Zusammenhang von einschlägigen Social Software Websites wie Bibsonomy, CiteULike oder LibraryThing – nicht nur so ziemlich alle Literaturquellen erfassen, sondern auch gleich serienweise übernehmen. Diese Bibliografiedaten können nun mit den verschiedensten Methoden (darüber weiter unten noch genauer) strukturiert, annotiert und in Literaturdatenbanken exportiert werden. Nach der Installation spezieller Erweiterungen (PlugIns) für MS Word und OpenOffice (bzw. NeoOffice am Mac) verwaltet Zotero auch noch die Literaturstellen im (Offline) Text (Kurzbeleg und Literaturverzeichnis). PlugIns für weitere Textverarbeitunsprogramme sing geplant. Und das Ganze steht zur freien (kostenlosen) Verfügung und ist Open Source Software. Forschungswerkzeug mit neuer Qualität
Soweit - so gut. Sind ja schon diese Features phänomenal. Aber der Gag liegt im Detail, nämlich wie strukturiert und annotiert wird. Es sagt sich so leicht "annotiert". Ich dachte zuerst, damit ist vor allem das hierarchische Gliedern in Ordner bzw. mit Schlüsselwörter sowie das Erstellen von (beliebig vielen) Notizen gemeint. So nach dem Motto: "Goodbye 3x5 cards, hello Zotero." - noch einer der Sprüche, die auf im Banner erscheinen. Der Vergleich mit den Karteikarten ist leider extrem irreführend, weil er gerade nicht zeigt, worin Die Macht der neuen digitalen Unordnung liegt. Es ist meiner Ansicht nach vor allem die nahtlose Integration von Informationen, die Zotero als digitales Persönlicher InformationsManager (PIM) so vortrefflich löst - und die eben gerade nicht mit den guten alten Karteikarten funktioniert: Alle digitalisierte Informationen haben den gleichen (Bit-)Charakter. Egal von woher die Information ursprünglich stammt, auf welchen physikalischen Substanzen sie transportiert und damit auch welche physikalische Form sie daher annehmen muss - auf der Bitebene gibt es keine Unterschiede. Während das Buch und die dazugehörige Karteikarte des Bibliothekskatalog eine sauber getrennte (atomare) Identität in der physikalischen Welt führen, ist in der digitalen Welt das Buch und die dazugehörige Karteikarte prinzipiell austauschbar. Wer verweist auf wen, was ist der Kommentar und was der "eigentliche" Text - das alles ist nicht mehr unterscheidbar. Weil alle Informationen auf ihrer Bitebene gleichwertig sind können sie beliebig manipuliert und zu neuen Informationseinheiten integriert werden. Das ist nicht nur ein Add-On sondern damit entsteht eine völlig neue Qualität in der Informationsverarbeitung, die ich am Beispiel von Zotero aufzeigen möchte: Alles ist immer und überall
Und wie geht es mit Zotero weiter?Zotero ist vom Center for History and New Media der George Mason University entwickelt worden. Das Projekt wurde durch das United States Institute of Museum and Library Services, der Andrew W. Mellon Foundation, und der Alfred P. Sloan Foundation finanziert.
Erst kürzlich (im Dezember 2007) wurde dass Projekt mit weiteren 1.2 Millionen Dollars von der Andrew W. Mellon Foundation gefördert und das Center for History and New Media soll gemeinsam mit dem Internet Archive neue Services entwickeln. Der wesentliche neue Entwicklungssprung von Zotero 2.0 werden Web 2.0 Server Features sein. Es soll damit ein gemeinschaftliches Managen von Forschungsresosurcen ermöglicht werden:
All das klingt sehr vielversprechend und es ist daher keine Übertreibung, wenn es in einen der Bannerslogans heißt: "Citation management is only the beginning" und Zotero als "The next-generation research tool" bezeichnet wird.
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