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Eine Ebene höher DUK
Gedanken zu meiner Entwicklungsarbeit an der DUK

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Ruf an die Donau-Universität Krems angenommen

Gedanken zu meinem Wechsel von Hagen nach Krems

Meine Entscheidung von Hagen nach Krems zu wechseln, ist das Ergebnis einer Abwägung von Vor- und Nachteilen. Mir hat die Arbeit an der FernUni Spass gemacht und die Entscheidung ist mir daher gar nicht so leicht gefallen, wie vielleicht einige meiner KollegInnen zu glauben meinen ("Der Baumgartner kehrt sicherlich bei der ersten Gelegenheit wieder nach Österreich zurück..."). Sicherlich ich gebe zu, dass das Österreich-Rückkehr Argument nicht ganz unwesentlich war, aber letztlich waren doch ganz andere Gründe entscheidend.

Interessantes Organisationsmodell

Eine wichtige Vorbedingung für meine Entscheidung war es wohl, dass die DUK keine "normale" Universität im traditionellen Sinne ist. Ich glaube nicht, dass eine ganz "normale" österreichische Universität für mich so eine hohe Anziehungskraft wie die Donau-Universität entwickeln hätte können. Ich kenne das österreichische Universitätssystem ja aus eigener Erfahrung recht gut und mein persönlicher Eindruck ist nicht unbedingt nur ein positiver: [EINSCHUB: Bitte beachten Sie, dass alle Überlegungen auf dieser persönlichen Website meine private Meinung darstellen und daher nicht unbedingt immer die Meinung der Organisation repräsentieren, der ich beruflich angehöre. Ich habe eine entsprechende Notiz auch am Fuß jeder Seite dieser Website angebracht.]

'Normale' Universitäten in Österreich…

Die Personal- und Sachausstattung ist - bei steigenden Studierendenzahlen - rückläufig und schlechter als beispielsweise in Deutschland. So gibt es z.B. keine studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte, der Professor/die Professorin wurstelt – nach einem "Kahlschlag" bzw. "Abrasieren" des Mittelbaus – mit seiner/ihrer Sekretariatskraft ziemlich alleine vor sich hin. Die seit dem Universitätsgesetz 2002 forcierte "Outputsteuerung" der Universitäten entspricht keiner Kontrolle des Inputs durch die Universitäten selbst. So gibt es weder Aufnahmebeschränkungen noch andere Steuerungsmöglichkeiten der Studierendenzahlen wie z.B. durch die Höhe der Studiengebühren. Im Gegensatz dazu wurde der Aufbau von Fachhochschulen extrem gefördert, so dass wir in Österreich jetzt eine Situation haben, wo sich Studierende zuerst an den FH's bewerben um sich dann - wenn sie dort nicht genommen werden (FH's haben klare Aufnahmebeschränkungen!) – an den Unis einzuschreiben. Die österreichischen Universitäten müssen gegenüber der Konkurrenz von Fachhochschulen mit schlechteren Studienbedingungen kämpfen und werden zunehmend zur zweiten Wahl. Dementsprechend hat es auch die Forschung – außer in einigen besonders geförderten Spezialgebieten - recht schwer sich international zu behaupten.

… und die DUK

Das ist bei der DUK – soweit ich es bisher verstehe bzw. durchschaut habe - anders organisiert: Im Zentrum stehen die stark adaptiven, nachfrageorientierten Universitätsstudiengänge, aus deren Einnahmen sich die DUK bereits zu etwa (unglaublichen!) 80% selbst finanziert. Ich glaube zwar nicht, dass sich dieser hohe Deckungsgrad nach der Berufungswelle (bisher wurden 12 ProfessorInnen berufen) und der damit auch verbundenen verstärkten Wahrnehmung von Forschung aufrecht zu erhalten sein wird. Allerdings wird ein flexibles Anbieten von Studiengängen für kleinere und zahlende Studierendengruppen sicherlich weiterhin den Löwenanteil der Mittel stellen.

Anfangs hat mich diese Ökonomisierung des Universitätsbetriebs etwas irritiert und gesellschaftspolitisch bin ich mir auch über die möglichen negativen Konsequenzen nicht ganz im Klaren. Andererseits hat es jedoch im kleinräumigen Setting für mich den enormen Vorteil, dass der höheren Verantwortung – zu der dann auch das Budget gehört – auch eine höhere Selbständigkeit entspricht. Ich kann an der DUK im Rahmen der Zielvereinbarungen ziemlich selbständig agieren, die (Verwaltungs-)Wege sind kürzer, direkter und zu einem großen Teil auch unter meiner Kontrolle. So muss ich beispielsweise nicht bei jeder Einreichung für ein EU-Projekt den Rektor kontaktieren, damit ich die notwendige Unterschrift bekomme, sondern kann selbst unterzeichnen.

Neue Lehr- und Lernformen

Ein entscheidender Grund für meinen damaligen Wechsel von Innsbruck an die FernUniversität nach Hagen (Herbst 2003) war natürlich die einzigartige Stellung der FernUniversität in der deutschsprachigen Universitätslandschaft: Eine Motivationsfaktor für mich war, dass die FernUni mit ihrem Organisationsmodell bildungswilligen berufstätigen Menschen eine weitere Chance für einen Studienabschluss bietet. Das kommt meinen eigenen bildungspolitischen Ansichten sehr entgegen. Außerdem war für mich natürlich der Fokus auf Fernlehre ein maßgeblicher inhaltlicher Attraktionspunkt. Die gesamte Uni - so war meine hoch geschraubte Erwatung - muss sich (notgedrungen) mit meinem Spezialgebiet e-Learning beschäftigen. Meine Vorstellung war: Wenn es im deutschsprachigen Raum universitäre Zentren für e-Learning gibt bzw. geben wird, dann muss dabei die FernUni sicherlich eine führende Rolle spielen. Sowohl in den Berufungsverhandlungen mit der FernUni als auch in den Pressemeldungen wurde diese Erwartungshaltung als 'change agent' für eine netzgestützte Lehre auch seitens der Universitätsleitung häufig betont.

"Gut Ding braucht Weile"

Mir war natürlich schon damals klar, dass die neue Position eine riesige Herausforderung darstellen würde: In ihren internen Abläufen war die FernUniversität nach dem Muster einer traditionellen Korrespondenzuniversität (Verschicken von Studienbriefen) strukturiert. Weder gab es eine virtuelle Lernplattform – der oftmals zitierte Lernraum Virtuelle Universität (LVU) entspricht viel eher einem Lehrraum bzw. einem Verwaltungsraum – noch Konzepte der virtuellen Betreuung der Fernstudierenden. Darin bestand aber gerade die Herausforderung für mich, hier einen Wechsel bzw. Umschwung zu einer netzbasierten Universität herbeiführen zu helfen.

Ich muss zugeben, dass dieses Ziel bis heute bei weitem nicht erreicht wurde. Nach wie vor gibt es keine universitätsweite Lernplattform, nach wie vor müssen Studierenden sich per snail mail zu Prüfungen anmelden, schreiben Klausurarbeiten per Hand, die per LKW eingesammelt und durch das Land transportiert werden, nach wie vor gibt es kein klar ausgearbeitetes Konzept einer radikalen Neustrukturierung der Universität in Richtung netzbasierter Universität.

Allerdings muss einschränkend gesagt werden, dass es auch sehr schwierig ist, eine traditionsreiche, große, funktionierende und auch erfolgreiche (!) Organisation - und dazu noch im laufenden Betrieb - in so kurzer Zeit umzustellen. Insofern bin ich recht optimistisch,  dass sich die FernUniversität in den nächsten Jahren noch weit stärker bewegen wird, als dies bisher der Fall war. Es dauert eben seine Zeit bis ein schwerer Tanker auf hoher See seine Fahrt in eine neue Richtung aufnehmen kann.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge…

Insofern wäre ich noch gerne an der FernUniversität geblieben, um meine Kompetenz für diese Kursänderung zur Verfügung stellen zu können. Viele Neuausrichtungen, wo ich z.T. in führender Rolle mitgeholfen habe, beginnen erst jetzt ihre ersten Früchte zu tragen (z.B. die Ausrichtung des Instituts mit der Berufung neuer e-Learning affiner Professuren wie Bildungstheorie und MedienpädagogikMediendidaktik und CSCL; das Plone - Studienportal für den Bachelor Bildungswissenschaft; der Pilotversuch des Einsatzes von Moodle als Einführung in die Bildungswissenschaft  ebenfalls im Bachelor Bildungswissenschaften, Vorarbeiten für einen neuen Masterstudiengang "eEducation/Bildung und Medien"). Die spannenden und sehr lehrreichen Diskussionen in den Gremien – an welcher Uni ist schon die Gremienarbeit Teil der eigenen Forschungsarbeit? – werden mir sicherlich fehlen.  – Und das nicht zynisch sondern ehrlich gemeint! Noch mehr missen werde ich jedoch die extrem zahlreichen inhaltlichen Kontakte - an welcher Uni müssen sich alle Lehrende in der einen oder anderen Form mit Fragen von e-Learning professionell beschäftigen? Bei diesem letzten Punkt hoffe ich jedoch sehr, dass die inhaltlichen Kontakte (vor allem auf Forschungsebene) auch über die Ferne weiterhin bestehen bleiben. Und nicht zuletzt muss ich mein engagiertes Team in Hagen erwähnen ohne dessen Kompetenz und Engagement die erreichten Fortschritte und Erfolge undenkbar gewesen wären. Das alles sind Gründe warum mir der Wechsel schwer fällt.

Auf der anderen Seite sieht es aber ganz danach aus, als ob ich in Krems eine ähnliche - wenn nicht bessere - Situation haben werde. Die Entwicklung und der Einsatz von innovativen Lehr- und Lernformen sind gesetzlich fixierter Auftrag der DUK und im DUK-Gesetz 2004 verankert. Zwar geht es nun nicht mehr darum Fernstudium mit e-Learning zu betreiben, sondern e-Learning als ergänzendes Element des Studiums zu implementieren; das ist aber  – mal abgesehen von solchen speziellen Organisationen wie es die FernUni darstellt – die zentrale Aufgabe, vor der unser gesamtes Bildungssystem steht: Wie können die Vorteile von e-Learning und Präsenzunterricht möglichst optimal kombiniert werden? (Vgl. dazu auch das Stichwort Blended Learning)

Dazu kommt noch, dass es eine enorme Aufbruchsstimmung an der DUK gibt, ein optimistischer Geist, der in allen Ecken und Enden - von der Sekretärin bis zum Rektorat - zu verspüren ist. Wie sich aus einer Gesamtschau meiner zukünftigen Professoren-KollegInnen ersehen lässt, gehöre ich in Krems - anders als an der FernUni -  eher zum erfahrenen Teil (um nicht zu sagen zu den "Senioren") des Kollegiums. Eine meiner spannenden Aufgaben wird es daher auch sein, meine 20 jährige Erfahrung aus dem Universitätsbetrieb einzubringen und dabei insbesondere mitzuhelfen die bisher erst rudimentär vorhandene Forschungskultur an der DUK aufzubauen.

Besonders spannend ist natürlich auch der Status als erste staatliche Universität in Europa, die sich auf postgraduale Studien spezialisiert hat. Im Zusammenhang mit dem gesetzlichen Auftrag der "Entwicklung zu einem mitteleuropäisches Kompetenzzentrum für Weiterbildung mit besonderer Berücksichtigung von Aspekten der Erweiterung der Europäischen Union" ergeben sich hier sehr interessante Möglichkeiten. Allerdings ist mir persönlich noch nicht ganz klar, wie dies in meinem Arbeitsbereich konkret umgesetzt werden könnte.

Dazu kommt dann noch, dass ich nicht nur von meiner Persönlichkeitsstruktur ein ungeduldiger Mensch bin, sondern dass das Zeitfenster einer möglichen beruflichen Rückkehr nach Österreich – und dazu noch in die Nähe meiner Geburtsstadt Wien, wo ich 33 Jahre meines Lebens verbrachte und noch immer viele Freunde und Bekannte habe - sich mit 53 Jahren langsam aber sicher zu schließen beginnt. Außerdem - und ich entschuldige mich gleich jetzt für Verallgemeinerungen, die so natürlich nie zutreffen! - konnte ich mich weder mit dem Wetter in Hagen, (derzeit beispielsweise regnet es seit Tagen, vom regelmäßigen "no weather" = grauer Himmel ganz zu schweigen), der Landschaft (kein Kommentar!) noch mit der etwas schnoddrigen Art der Sauerländer richtig anfreunden. Das waren für mich persönlich - der ich mit einer neuen Idee aus einem guten Buch oder aus einer anregenden Diskussion regelrechte Glücksgefühle erlebe - zwar keine entscheidenden Punkte, haben mich aber  - vor allem über die Stimmung meiner Frau - natürlich ebenfalls in meiner Entscheidung beeinflusst.


Umgekehrt gibt es aber auch einige Nachteile, die ich mit dem Wechsel nach Krems, in Kauf nehmen muss: Beispielsweise kein Promotions- und Habilitationsrecht, keine Verbeamtung, sondern nur ein Vertrag auf 5 Jahre mit Verlängerungsmöglichkeit.

Alles in allem, die Entscheidung hatte ihre Für und Wider: Der Abgang von Hagen fällt mir einerseits nicht leicht, andererseits freue ich mich schon sehr auf die neuen Herausforderungen,  Arbeits- und Lebensbedingungen.
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Peter Baumgartner geht nach Krems

Kommentar von mediendidaktik.de am 05.04.2006 21:38
Peter Baumgartner geht an die Donau-Uni nach Krems. Er hat seine Überlegungen ausführlich in seinem Weblog geschildert. Die Aufgabe hört sich interessant an und das Umfeld / Ausstattung (14 Mitarbeitende!) erst recht. Ich hatte die Möglichkeit, im Rah

Peter Baumgartner wechselt an die Donau-Universität Krems

Kommentar von www.petersheim.de am 12.04.2006 10:46
Peter Baumgartner - bislang an der FernUni Hagen - hat sich nach reiflichen Überlegungen für einen Wechsel nach Krems entschieden. Die Gründe sind nachvollziehbar, die Voraussetzungen scheinen mehr als günstig. Und wenn man die Unterschiede zwischen K

Hochstimmung trotz Hochwasser - erste persönliche Eindrücke


Die Vorbereitungen für den Wechsel zur Donau-Universität Krems laufen auf Hochtouren: Rechner und Festplatte sind planmäßig geliefert worden, so dass ich mich von dieser Seite bereits über Ostern für die neue Position arbeitsfähig machen kann. Auch die Ausschreibungen sind universitätsintern bereits auf den Weg gebracht. Nächster wichtiger Eckpunkt auf den wir uns in meinem Department inhaltlich ausrichten, ist eine Klausur aller Mitarbeiter/-innen Anfang Juli. Bis dorthin sollten die neue Stellen (hoffentlich!) schon besetzt und das Team damit komplett sein.

Heute morgen gibt es einen ersten Foto-shooting Termin an der DUK, damit die Pressenaussendungen zu meinem Wechsel anlaufen können.

Die augenblickliche Hochwassersituation ist allgegenwärtig. Die Situation ist angespannt wegen zweier Dammbrüche an der March, nicht all zu weit von Krems entfernt (ca. 40 km). Ein Abendtermin mit einem Mitarbeiter musste vorzeitig abgebrochen werden, als er von seiner Frau angerufen wurde, weil die Evakuierung seiner Familie unmittelbar bevorsteht. Auch bei der Wohnungssuche, werden wir ständig damit konfrontiert, da die Verkaufsgespräche von Makler immer mit "in absolut sicherer, nicht von Hochwasser gefährdeter Lage" beginnen.

Trotz dieser momentanen unruhigen Situation lässt sich unsere Wohnungssuche sehr viel versprechend an. Es gibt viele schöne alte Wohnungen mit hohen Wänden, top renoviert und in schönem Ambiente. Ein starker Kontrast zu Hagen - auch was die Stimmung anbelangt. Freundliche Menschen, offen und hilfsbereit. Und auch meinen eigenen Dialekt wieder zu hören, tut einfach gut.

Alles in allem: Es macht sich irgendwie das Gefühl breit, endlich aus der Fremde wieder nach Hause zurück zu kehren...

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Stellenausschreibung

Informationen für alle 4 Stellen

Wie angekündigt folgen hier nun detailliertere Informationen zur Stellenausschreibung.

  1. Bei allen 4 Stellen handelt es sich um unbefristete Stellen in Angestelltenverhältnis (mit Vertrag nach österreischichen Angestelltengesetz).
  2. Offzielle Deadline der Ausschreibung ist der 5. Mai. Ich würde Sie aber bitten möglichst frühzeitig Ihre Bewerbung (per Mail!) abzusenden.
  3. Die Interviews sollen nämlich bereits am 11./12. Mai stattfinden.
  4. Die Gehälter oreintieren sich an der Dienst- und Besoldungsordnung der Donau-Universität Krems. Je nach Ausbildung und Vorerfahrungen ist eine Überzahlung möglich.
  5. Ich möchte die Stellen ab sofort besetzen, spätestens jedoch mit 1. Juli. Am 3./4. Juli findet bereits die erste Klausur des Departments statt, wo alle Mitarbeiter/-innen teilnehmen sollen und wir gemeinsam über inhaltliche Strategie und Organisationsstruktur des Departments sprechen wollen.
Klicken Sie in die nachfolgenden Links um nähere Informationen für die einzelnen Stellen zu erhalten:
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Re:Stellenausschreibung

Kommentar von silkekleindienst am 23.04.2006 19:26

Lieber Herr Baumgartner

Leider habe ich trotz Registrierung auf dieser Site nicht die notwendige Berechtigung um die ausführlicheren Informationen zu den Stellenausschreibungen anzusehen. Absicht oder habe ich nicht den richtigen Status?

Herzliche Grüße
Silke Kleindienst

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von baumgartner am 23.04.2006 20:28

Sorry, mein Fehler! Ich wollte noch mit der Personalabteilung gegenchecken, ob ich auch alle Infos richtig reingeschrieben habe. Das ist sich aber vor dem Wochenende nicht mehr ausgegangen. Ich habe dann vergessen meine erste Notiz der Ankündigung rauszunehmen... Peinlich! Da habe ich alle bereits neugierig gemacht. (Guter Werbetrick!) Jetzt habe ich alles freigeschaltet, allerdings mit dem Zusatz: Ohne Gewähr. (Betrifft vor allem die Gehaltsspannen: Hier muss ich selbst noch dazulernen. Bisher war ich ja von Uniss gewohnt, dass es ein fixes, genau geregeltes Gehalt gibt. Jetzt gibt es Spannen, die ausverhandelt werden müssen...)

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von SL am 26.04.2006 08:52

Lieber Herr Baumgartner!
Nachdem ich mit großem Interesse Ihre Stellenausschreibung gelesen habe wollte ich mich noch einmal vorab informieren, ab wann Sie die Stelle als Wissenschaftliche/r MitarbeiterIn besetzen würden.
Mit lieben Grüßen
S.L.

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von birgit am 27.04.2006 10:32

Hallo,

"Ich möchte die Stellen ab sofort besetzen, spätestens jedoch mit 1. Juli."

LG BZ

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von Anonymous User am 28.04.2006 13:59

Danke!

Verabschiedung und Begrüßung

Verabschiedung FernUniversität

In der letzten Woche hat es verschiedene Ereignisse zu meinem Wechsel von der FernUniversität Hagen zur Donau-Universität Krems gegeben. Auch meine entsprechenden Webauftritte habe ich in der Zwischenzeit aktualisiert.

Am 21. April wurde mir in einer kleinen Abschiedsfeier die Entlassungsurkunde vom Rektor der FernUniversität in Hagen überreicht. Ich bekam auch eine nette Standuhr für den Schreibtisch mit dem Logo der FernUniversität geschenkt. Auf den Seiten der FernUni wurde ein kleiner Beitrag mit dem passenden Titel Neue Wirkungsstätte in alter Heimat platziert.

Am 24. April wurde eine Presseaussendung (pdf, 45.1 kB) seitens der Donau-Universität Krems versendet. In der Zwischenzeit gab es auch bereits mit Bezug auf meinen eigenen Weblogeintrag eine Meldung in checkpoint eLearning.

Weiters habe ich bereits meine Homepage an der DUK geschrieben und veröffentlicht. Ironischerweise wird an der Donau-Uni (wie in Hagen) Imperia verwendet. Dem großen Vorteil, dass ich bereits mit diesem System vertraut bin, stehen beträchtliche Nachteile gegenüber: Das System ist extrem umständlich und unflexibel und weist viele Standardfunktionen eines modernen Content Managementsystems (CMS) nicht auf. Allerdings stellt die DUK - im Unterschied zur FernUniversität - eine große Menge von bereits vorgefertigten Standardtemplates zur Verfügung, so dass die Unflexibilität dieses Systems nicht gar so stark ins Gewicht fällt.

Adaptiert habe ich auch die unter Berufliches versammelten Unterlagen in meiner persönlichen Hompage: Es gibt sowohl neue (aktuellere) Fotos und Lebensläufe zum Herunterladen.
Presseaussendung Antritt DUK Presseaussendung Antritt DUK
Größe: 45.1 kB - File type application/pdf
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Dissertationsworkshop

Kommentar von die ständige Reise am 26.06.2006 08:41
Am Wochenende war ich in Krems beim Dissertationsworkshop. Hintergrund ist, dass Prof. Baumgartner, der meine Arbeit betreut, mittlerweile wieder in Österreich weilt. Ich muss sagen, dass ich sehr motiviert wieder zurückgekommen bin. Ende des Jahres ...

Erste Woche in Krems

Die vorige Woche war meine erste Woche, die ich vollständig in Krems verbracht habe. Es war zwar Stress pur, doch insgesamt gesehen recht erfolgreich.

  • Mein Arbeitszimmer ist - mit tatkräftiger Hilfe meiner MitarbeiterInnen - fast vollständig eingerichtet. Für die Möbel habe ich mich dabei aus dem Lager meines Departments bedient. Die Ausstattung ist daher nicht neu und sieht nicht repräsentativ aus. Dafür hat unser Department Geld gespart - und bei meinem neuen Job bin ich für die Finanzlage ja selbst verantwortlich ;-)
  • Ich habe eine erste Sitzung einer neu gegründeten interne Steuerungsgruppe der DUK zu E-Learning abgehalten. Es wurde beschlossen, dass bereits in 14 Tagen ein erster Entwurf zur strategischen Ausrichtung der DUK bezüglich E-Learning zur Diskussion ausgearbeitet werden soll.
  • Alle 4 Stellen (Sekretariat, Organisationsassistenz, Technik und Wissenschaft) konnten erfolgreich besetzt werden. Das Team ist damit vollständig und wird zum ersten Mal - wie geplant - Anfang Juli in einer Klausur komplett zusammentreffen.

Die 4 Tage in Krems wurden noch durch jeweils eine Lehrveranstaltung am MCI in Innsbruck (am Montag, den 8. Mai im Rahmen des Diplomstudiums (FH) Management & IT ) und in Saalfelden (Studientage der FernUniversität am 13./14. Mai) eingerahmt. Diese Termine waren schon lange vorher - da war mein Wechsel zu Krems noch nicht in Sichtweite - geplant gewesen und haben dem Stress noch weiter verschärft.

Außerdem habe ich bereits eine Wohnung im Stadtzentrum von Krems gefunden und nächste Woche wird bereits komplett von Hagen nach Krems umgesiedelt. Nachdem ich beim Wechsel von Innsbruck nach Hagen fast 2 Jahre gependet bin, habe ich diesmal den Wechsel in 3 Wochen vorgenommen. Für diesen schnellen Wechsel waren natürlich auch Landschaft und Leute verantwortlich: Ich habe in Hagen noch keine Wurzeln geschlagen und Hagen kann ja auch landschaftlich nicht unbedingt mit der Wachau konkurrenzieren...

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Mac-Probleme mit GroupWise

GroupWise Menü unter Window und unter Mac
WIndows unter Mac

An der Donau-Unversität Krems (DUK) wird zu meinem Unglück Novell® GroupWise als E-Mailsystem verwendet. Es mag zwara Vorteile bei der Kalenderverwaltung geben, aber der Mac Client ist unter jeder erdenklichen Kritik! Abgesehen davon, dass er bisher nur in einer Betaversion für die GroupWise Version 7 erhältlich ist und einige Fehler aufweist, ist er vom User Interface äußerst schlecht (not Mac-Like) programmiert. Katastrophal jedoch ist der extrem reduzierte Funktionsumfang, der das Arbeiten mit Mails zum einem absoluten Horrorszenario macht.

Weil die DUK derzeit kein Abrufen der Mails mit POP3 Clients zulässt - und ich die möglichen Vorteile der virtuellen Zusammenarbeit mit meinem Team- die ich allerdings bisher kaum nutze - (noch) nicht verlieren möchte, habe ich mir jetzt eine virtuellen Windowsrechner auf meinem Intel Mac installiert. Das Programm Parallels Desktop for the Mac (ebenfalls in der Betaversion) funktioniert ausgezeichnet und kann alle mögliche Windows- als auch Linus-Betriebssystem als Virtuelle Machinen betreiben.

Es ist natürlich eine gewisse Ironie, dass ich unter meinem MacBook Pro jetzt Windows laufen lassen muss, damit ich den enormen Mailverkehr mit einer halbwegs vernünftigen Produktivität bearbeiten kann. Aber im Augenblick mit dem ganzen Umzugsstress sehe ich keine andere Möglichkeit arbeitsfähig zu bleiben. An der DUK gibt es nur einen weiteren Mac User und mir fehlt die Zeit mich intensiv mit den anstehenden Problemen auseinander zu setzen. Heute ist überhaupt der erste Tag seit 3 Wochen wo ich wieder einige Stunden dazu komme nachzudenken und in mein Weblog zu schreiben. Vielleicht kann mir da draußen jemand zu diesem GroupWise Problem einen Ratschlag geben?

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Team und Ausstattung komplett

Erstausstattung

Am 11. und 12. Mai hatten wir in Krems in dicht gedrängten Terminslots die Bewerbungsgespräche. Sowohl die Auswahl für die Einladungen, die Gespräche als auch die Beratung zur Emntscheidungsfindung wurden jeweils in kleinen Teams gemeinsam (und immer einstimmig!) getroffen. Damit ist das Team inzwischen vollständig und wird zum ersten Mal gemeinsam am 3. Juli bei unserer Klausurtagung in Zwettl zusammentreffen.

Auch meine Berufungszusage an Hard- und Software ist als Erstausstattung bereits eingetroffen. Als ich das Büro betrat, habe ich mich fast ein wenig wie zu Weihnachten gefühlt!

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Bremsen um zu Bloggen

Neue Herausforderungen an der DUK

Ich schäme mich fast, wenn ich jetzt - nach geschlagenen 4 Monaten - mal wieder einen Eintrag in meinem Blog vornehme. Es ist nicht so, dass sich in der Zwischenzeit nichts getan hätte. Ganz im Gegenteil...

Eine Überfülle an (zum Teil) recht neuen Aktivitäten nimmt mich von früh morgens bis spät abends voll in Beschlag. Meine neue Professur an der Donau-Uni funktioniert nach einer ganz anderen Logik als bisherige Professuren die ich bisher inne hatte. Natürlich gab es (und gibt es mindestens noch bis Jahresende) bei einem neuen Job, der zudem noch mit einem Umzug in ein anderes Land verbunden ist, Doppel- bis Dreifachbelastungen: Da laufen noch (alte) Verpflichtungen aus Hagen, während schon eine Reihe neuer Anforderungen wahrzunehmen sind, da sind Versicherungen, Banken, Autokennzeichen ab- bzw. umzumelden, etc.

Der eigentliche Grund für mein Nicht-Bloggen aber ist ein Paradoxer: Es ist meine Unfähigkeit mich selbst zu beschränken!

Zum ersten Mal bin ich in einer Institution, wo ich

  1. soviel Eigenverantwortung habe, dass ich meine Ideen und Überlegungen meist auch gleich umsetzen kann und wo
  2. die institutionellen Rahmenbedingungen so dynamisch sind, dass sie mich nicht bremsen.

Ein Beispiel für die Dynamik an der DUK

Als es mir gelang mit meinem Dienstantritt  zum 1. Oktober 2003 an der FernUniversität meine 4 neuen Stellen bis zum 1. Jänner 2004 (ich kann jetzt wieder österreichisch schreiben, muss also nicht mir ein "Januar" abquälen) zu besetzen, wurde mir von allen Seiten gratuliert. So schnell habe es bisher mit Stellenbesetzungen an der FernUni noch kaum einer geschafft. Tatsächlich wäre es ohne viel guten Willen und kollegiale Unterstützung von vielen Seiten - auch von "oben" - nicht so schnell gegangen; die verwaltungstechnischen Hürden sind eben nicht einfach zu überspringen.

An der Donau-Uni habe ich mit 1. Mai 2006 (einem Feiertag) begonnen und bereits am 9. Mai (!) meine 4 neuen Stellen bereits besetzt (auch wenn zwei MitarbeiterInnen nach ihrer Kündigungsfrist im alten Job erst mit 1. Juli bei mir beginnen konnten. Diese - selbst für mich (fast) zu schnelle Stellenbesetzung ;-) war nur möglich, weil eine Mitarbeiterin der Personalabteilung mich bereits im April in Hagen angerufen hat und mir mitteilte: "Ich fahre morgen für 3 Wochen auf Urlaub, wir müssen heute noch ihre 4 Stellenausschreibungen durchbringen." Gesagt, getan! Nach etlichen Mails und mehreren Telefonaten hatten diese Mitarbeiterin um ca. 20:30 nicht nur alle Texte zusammen, sondern auch bereits alle Unterschriften auf den Formularen (bis hin zum Vizerektorat) organisiert und die Ausschreibung bereits im internen Mitteilungsblatt veröffentlicht. Mir ist angesichts solch einer initiativen, proaktiven Haltung der Atem weg geblieben.

Mehrmals wollte ich schon einige Gedanken zu "anderen" Logik an der Donau-Uni schreiben. So wie ich es auch an der FernUni mehrmals getan hatte, als mir einige Probleme, Unzulänglichkeiten oder vermeintliche Systemfehler aufgefallen sind. Kaum hatte ich mir eine vorsichtige Formulierung überlegt, als mich die Realität in diesem dynamischen Setting bereits überholt hatte: An der Donau-Uni herrscht derzeit nicht nur Aufbrauchstimmung, sondern die Kommunikationswege sind für eine Universität extrem kurz und unbürokratisch.

Die "andere" Logik der DUK

Ein typisches Beispiel für die andere Steuerungslogik an der DUK stellen meine Berufungsverhandlungen dar. Wie üblich habe ich mit dem Rektorat über mein Gehalt, Personal- Raum- und Sachausstattung verhandelt. Ich konnte in fast allen Belangen (ausgenommen der komplexen Pensionsfrage) recht rasch und ohne viel Diskussionen meine Vorstellungen dem Rektorat nahebringen. Das war jedoch nur ein Phyrussieg: Ich muss nämlich die Kosten meines Departments selbst erwirtschaften, d.h. ich muss für die "Erfolge" meiner Berufungsverhandlungen selbst aufkommen! (Derzeit werden etwa 75% des Budgets an der DUK durch die DUK (vor allem durch Einnahmen von Studiengebühren) selbst erwirtschaftet, nur 25% gibt es an Zuschüssen von Bund und Land.)

Dieses hohe Maß an (wirtschaftlicher) Eigenverantwortung hat nicht nur Vorteile: Abgesehen dass diese Verantwortung sehr belastend ist, befürchte ich auch eine Eigendynamik, die für eine Universität nicht nur von Vorteil ist: So kann der Druck entsprechende Einnahmen zu generieren, zu einer Anpassung an die Marktbedingungen führen, die auf lange Sicht kontraproduktiv sind. (Ich werde - wenn ich mich ein wenig besser auskenne und diese "Logik" besser durchschaue - darüber noch detaillierter berichten.)

Selbstbeschränkung ist angesagt

Ich finde es auf jeden Fall für einen enormen Vorteil, dass ich für einen Kongress, eine Auslandsreise, ein Besuch eines ausländischen Wissenschafters nicht lange vorausschauend Anträge schreiben muss, die dann letztlich vielleicht doch abgelehnt werden. Es ist angenehm,  dass ich das, was im Rahmen des Budget ist, zu gegebenen Zeitpunkt dann auch recht unbürokratisch veranlassen kann. Gerade bei kleineren Beträgen (bis 500 Euro) waren in meiner bisherigen Erfahrung die bürokratischen Hürden, die oft zu überwinden waren, d.h. der Aufwand in keinem richtigen Verhältnis zum erreichbaren bzw. erzielten Nutzen.

Abgesehen davon, dass ich jetzt in einer Position bin, wo ich recht häufig kostenneutral eingeladen werde, kann ich auch selbst (wenn dies einmal nicht der Fall ist) relativ mühelos die Gelegenheit für einen Kongress, Auslandsreise etc. wahrnehmen. Allerdings wird der Erfolg an der DUK (bisher) weniger durch die damit erreichte wissenschaftliche Reputation gemessen sondern vor allem durch die Einnahmen durch Studiengebühren und Forschung. Internationale Gutachtertätigkeit, Sitzungen von Programmkommittees einschlägiger nationaler und internationaler Kongresse, Einladungen für Referate und Workshops fördern nicht unbedingt automatisch den wirtschaftlichen Erfolg des Departments; fehlen meinem Zeitbudget dann aber für andere Tätigkeiten, die eventuell ökonomisch und kurzfristig betrachtet, sinnvoller wären.

Bisher habe ich versucht beide Wege gleichermaßen voll ausgelastet zu beschreiten. Das ist aber auf lange Sicht weder zeitlich noch gesundheitlich möglich. Der Tag hat eben nur 24 Stunden, die Woche nur 7 Tage, ich bin 53 und habe auch eine Familie... Ich muss mir eine Strategie überlegen, die einen Kompromiss darstellt und mich nicht in alle möglichen (sicherlich ehrenvollen und attraktiven) Aktivitäten aufreibt. Statt sporadisch hier und dort einmal "nein" zu sagen, muss ich ganz systematisch bestimmte Tätigkeiten zurückschrauben. Wie ich das anpacken soll, weiß ich zwar noch nicht. Aber es gibt einen guten Indikator der mir zeigt ob ich dabei erfolgreich bin: Wenn ich wieder Zeit zum Bloggen (und Nachdenken) finde, dann ist dies ein Zeichen für mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Bloggen ist in diesem Sinne wie eine Art Therapie für mich: Es hilft mir über die letzten Aktivitäten nachzudenken, mich (wieder) zu sammeln und strategisch ausgerichtete Pläne für die (Aus-)Wahl der nächsten Aktivitäten zu fassen.

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Leiser treten - Bandscheibenvorfall!

oder: Der Körper meldet sich zu Wort...

Gerade in den Ferien hat es mich wieder erwischt: Ich wollte die Zeit nutzen und verschiedene liegen gebliebene Artikel fertigstellen. Da hat mich mein altes Leiden wieder eingeholt: Viel Sitzen, wenig Bewegung, keine Gymnastik. Kein Wunder, dass es dann bei einer recht unscheinbaren Bewegung wieder mal "gekracht" hat. Das Ganze dann auch noch am Neujahrstag…

Nach zwei Injektionen befinde ich mich langsam auf dem Weg der Besserung. Zumindest muss ich nicht operiert werden. Ich habe mir mal wieder vorgenommen, die "Signale des Körpers" ernst zu nehmen und mich neu zu "sortieren". Das Spannende an der neuen Professur an der DUK ist, dass es (fast) keine äußeren Begrenzungen der Eigeninitiativen gibt. Es ist daher dringend eine Selbstbeschränkung angesagt.

Das ist übrigens ein riesiger Unterschied zu meinen früheren Professoren-Stellen an anderen Unis. Dort mussten neue Initiativen erst durch viele Gremien und hatten sich mit mehr oder weniger mit vielen BedenkträgerInnen herum zu schlagen (an der Uni Innsbruck etwas weniger, an der FernUni Hagen eher mehr). Dadurch wurden Initiativen "eingeschliffen", auf die "Wartebank" verlegt. Meistens war niemand direkt dagegen, aber trotzdem verfingen sich viele Ansätze in einer (sehr elastischen) Gummiwand.

An der DUK sieht das ein wenig anders aus: Du hast eine - wie Du glaubst - gute Idee? Ok, dann mach mal! Die Ressourcen sind natürlich ebenfalls entsprechend zu organisieren und das dauert natürlich auch seine Zeit. Trotzdem: Insgesamt bewegt sich an der DUK alles viel schneller. Das hängt einerseits wahrscheinlich mit der Kleinheit der Uni zusammen, andererseits aber auch mit der privatwirtschaftlichen Organisation.

Ich muss daher aufhören auf die Gummiwand zu vertrauen und mich selbst mehr beschränken. Das war bisher schwierig, weil ich immer noch nicht ganz verstanden habe, wie die DUK funktioniert. Jetzt aber fühle ich mich langsam in der Lage einen größeren Plan (für etwa 3 Jahre) aufzustellen. Darin sollte sowohl der Aufbau des Teams, der Lehrgänge als auch meine eigenen Forschungsaktivitäten in ein vernünftiges Verhältnis gesetzt werden.

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DUK Konflikt und (zukünftige) Rolle meines Weblogs

Einschätzung und erste Schlussfolgerungen


Nach einer mehr nun mehr als vier Monate dauernden Pause habe ich heute wieder Einträge in mein Weblog vorgenommen. Der Grund für die lange Absenz war einer Extremsituation verschuldet: Als Sprecher der protestierenden ProfessorInnen war ich plötzlich nicht nur mit ganz anderen (zusätzlichen) Aufgaben konfrontiert, sondern stand auch unheimlich unter Druck.

Ich musste nicht nur sehr aufwändige Koordinierungsaufgaben übernehmen, sondern hatte vor allem laufend - für mich relativ neue - Kontakte und Kommunikationstermine wahrzunehmen. Das fing bei der Presse an, ging über Gespräche mit dem Mitgliedern des Universitätsrats bis hin zum Büro des Ministers.

Extremsituatiuon nun positiv aufgelöst

Es war eine Extremsituation, bei der ich zwar viel lernte – die DUK als Weiterbildungsuni machten ihren Namen ganze Ehre ;-) -, die aber von meiner persönlichen Grundstimmung nicht immer besonders lustig war. Zu Beginn des Protestes – bei dem ich mehrmals im Rampenlicht der Öffentlichkeit stand, weil ich von der Presse und ORF als Sprecher der "Rebellen-ProfessorInnen" interviewt wurde –, war keineswegs klar, wie die Sache ausgehen wird. Sorgen um die Entwicklung der Universität aber auch ganz real um meine persönliche Zukunft waren daher ständig präsent. Ganz abgesehen davon, dass viele Informationen und Verhandlungsergebnisse nicht öffentlich werden durften (bzw. wenn sie dann öffentlich werden sollten, dann hatte ich ja als Organ die "normale" Tagespresse zu nutzen), war ich schon aus meiner psychischen Verfassung heraus nicht in der Lage am Weblog weiter zuarbeiten.

Insgesamt gesehen nehme ich den Ausgang des Konflikts mit Erleichterung zur Kenntnis. Das betrifft einerseits die inhaltlichen Ergebnisse, die grundsätzlich positiv zu beurteilen sind, obwohl eine Reihe von kritischen Fragen weiterhin offen bleiben und erst in Zukunft einer Lösung zugeführt werden sollen (siehe auch beiliegende APA-Meldung). Andererseits aber ist der wesentliche Erfolg darin zu sehen, dass sich die Mehrheit der ProfessorInnen sich in diesem Protest gefunden hat, sich geeint und gemeinsam zu Wort gemeldet hat. Es hat sich nämlich gezeigt, dass praktisch alle bisherigen Rektoratsbestellungen an der DUK unsauber gelaufen sind bzw. mit Konflikten verbunden waren  (siehe APA-Meldung zur Geschichte der Rektoratsbestellungen). Es bleibt für die Zukunft zu hoffen, dass wir in der ProfessorInnen-Kurie aber auch insgesamt an der DUK in den jeweils zuständigen Gremien unsere Konflikte in einem wertschätzenden Diskurs ansprechen, ausdiskutieren und selbständig lösen. Dann sind Interventionen von außen zwar nicht zu verhindern, bei einer funktionierenden Autonomie der Universität jedoch weniger störend und behindert. Gerade an diesem akademischen (Gremien-)Diskurs hat es meiner Meinung nach jedoch bisher auf der DUK  gemangelt. Gerade hier gilt es – im Sinne einer geänderten Kommunikationskultur - anzusetzen und diesen innerakademischen Diskurs für die Weiterentwicklung der DUK zu nutzen. Das bedeutet unter anderem beispielsweise:

  • Vor- und Nachbesprechungen der einzelnen Kurien vor wichtigen Senatssitzungen
  • Stärkeres kooperatives Zusammenspiel zwischen Senat, Unirat und Rektorat. Hier zeit das UG 2002 etliche Mängel: Nicht nur auf der DUK gab es bei der letzten Rektoratswahl diesbezüglich Probleme. (Darüber vielleicht einmal später mehr)
  • Statt amorphen Einheitslisten – die bloß die Vertretung und Repräsentativität der einzelnen Department sichern sollte – sollten Wahllisten kandidieren, die öffentlich ein politischen Programm zur Zukunftsentwicklung der DUK vertreten. Die Belegschaft sollten ihre Kurien vor allem nach diesem Wahlprogramm wählen und in ihrer Arbeit auch daran messen können.
  • ... etc. etc.

Infos zum Inhalt Konfliktlösung auf der Nachrichtenseite


Wie geht es mit meinem Weblog weiter?

Nicht nur diese konfliktreichen letzten vier Monate haben gezeigt, dass ich gerade auf Grundlage meiner (Leitungs- bzw. Sprecher-) Tätigkeit nicht sorglos alle aktuellen und interessanten Informationen auf mein Weblog stellen kann. Zu sehr bin ich als Mitspieler in einem komplexen Prozess involviert, der durch öffentliche Überlegungen möglicherweise gefährdet wird. Dies trifft auch für allgemeine inhaltlichen Überlegungen in meiner Arbeit zu: Im Unterschied zu anderen Universitäten wo ich bisher gearbeitet habe, sind an der DUK viele meiner Gedanken "geschäftlich" sehr sensibel.

Das dürfte nicht nur an der – gegenüber anderen Unis – herausragenden Rolle der DUK als privatrechtlich geführte Universität liegen, sondern hängt vielleicht zum Teil auch mit meiner geänderten (Leitungs-)Rolle zusammen. Immer stärker bin ich in bildungspolitische Prozesse eingebunden, wo es nicht opportun ist,  dass zwischenzeitliche Verhandlungsprozesse öffentlich gemacht werden. Als Beispiel möchte ich meine Arbeit im Steirischen Forschungsrat erwähnen, wo ich seit einem halben Jahr tätig bin, und erst jetzt langsam auch die Öffentlichkeit informiert werden kann. Ähnliches trifft auch auf den aktuelle Stand der Verhandlungen zur Zukunft des MedidaPrix zu, dessen wissenschaftlicher Leiter ich bin. (Dazu wird es demnächst endlich ein Update auf meinem Weblog geben!)

Einen weiteren Grund für die eingeschränkte Funktion meines Weblogs sehe ich darin, dass es meistens andere Webseiten gibt, wo (indirekt) über meine Arbeit berichtet wird. Mein Weblog steht in gewisser Weise dann dazu in Konkurrenz, weil ich inhaltlich häufig nichts darüber Hinausgehendes zu sagen habe bzw. es opportun ist, wenn ich mich auf diesen anderen - speziell dafür eingerichteten Seiten - äußere. So ist intern mit meinem Department vereinbart, dass ich   - wenn ich inhaltlich nun wieder stärker aktiv werde -  bildungstechnologische Inhalte auf bildungstechnologie.net stelle. Ich muss mir daher überlegen ob und wie mein Weblog hier weiterführen werde.

Was auf jeden Fall auf dieser Website weiter gepflegt bleibt und in Zukunft wieder ständig aktualisiert wird, sind

  • Berichte von meinen Aktivitäten (unter Nachrichten auf der Hauptseite)
  • Informationen zu meinem beruflichen Hintergrund (Vita, Veranstaltungshinweise, Fotos etc.)
  • Publikationen zum Download unter Artikel und Article (englische Beiträge).
  • Exzerpte und anderes unter Goodies: Das Schreiben von Exzerpten von Büchern oder Veranstaltungen hat sich für mich selbst als Arbeitstechnik recht sinnvoll erwiesen, weil sie mich zwingen, mich nochmals genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Allerdings entwickelt sich auch dazu mit einem eigenen Wiki, das ich demnächst beginnen werde, eine mögliche Konkurrenz.)
  • Persönliche Forschungsnotizen: Während alle obigen Punkte sich auf speziellen Plätzen und Ordnern befinden, sind praktisch nur mehr meine persönlichen Notizen dem eigentlichen Weblog (Ordner "Gedankensplitter") vorbehalten. Gerade da sieht es aber im Augenblick wegen Zeitmangels – z.T. auch wegen meines hoheen Managementanteils als Departmentleiters an der DUK – in letzter Zeit eher finster aus. Erst im Urlaub vor zwei Wochen habe ich wieder Anschluss an meine seit Monaten unterbrochenen und brachliegenden Arbeiten gefunden. Ich hoffe jedoch sehr, dass sich diese inhaltlich unbefriedigende Situation nun - vor allem auch nach der überwundenen Extremsituation im Rektoratskonflikt - wieder verbessern wird.



APA: Geschichte der Rektorenbestellungen an der DUK APA: Geschichte der Rektorenbestellungen an der DUK
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APA: Rektor und Professoren begrüßen Lösung APA: Rektor und Professoren begrüßen Lösung
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Privat-Universitäten in Österreich

Im Zusammenhang mit der geplanten Neugründung einer privaten medizinischen Universität in Krems und der damit einhergehenden Neupositionierung der Donau-Universität Krems habe ich mir mal einen Überblick zu den österreichischen Privat-Universitäten verschafft.  Ich wollte mal einen Eindruck über Studienangebot, Anzahl der Studierenden und Preise bekommen.

In Österreich können seit dem Jahr 1999 Privat-Universitäten gegründet werden. Das diesbezügliche Bundesgesetz über die Akkreditierung von Bildungseinrichtungen als Privatuniversitäten (Universitäts-Akkreditierungsgesetz - UniAkkG), BGBl I Nr. 168/1999, in der Fassung BGBl I Nr. 54/2000 stellt die gesetzliche Basis dar.

Vor allem wollte ich auch mal prüfen, ob der Sektor der Privat-Universitäten für meine Lehrgänge eine Konkurrenz darstellen. Das ist nicht der Fall:  Die Privat-Universitäten sind zwar auch in der berufsbegleitenden Weiterbildung tätig, doch nehmen Sie von ihrer Studierendenzahl als auch von ihren Studienangeboten bloß eine Nischenfunktion ein. Es gibt derzeit 11 vom Österreichischen Akkreditierungsrat zugelassene Privat-Universitäten in Österreich. Sie sind relativ klein (bisher etwa 3.600 Studierende, für ds Studienjahr 2007/2008 wird eine Erhöhung auf 4.000 prognostiziert) und auf Spezialgebiete wie Medizin, Design & Kunst, Theologie sowie Business Administration fokussiert. All diese Themen tangieren meine Arbeit kaum.

Generell habe ich den Eindruck, dass Forschung – mit Ausnahme der medizinischen  Privat-Unis - kaum vorkommt. Die Qualifikation des internen Staffs lässt meiner Meinung nach – mit ein paar Ausnahmen des "Einkaufs" von einigen (nebenberuflich tätigen?) Univ-Profs die sich wahrscheinlich ein "Zubrot" zu ihrem Hauptjob an öffentlichen Universitäten verdienen, lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Es gibt - mit den erwähnten Ausnahmen - keine Habilitieren und selbst promovierter Staff ist relativ selten. (Für Nicht-Österreicher: Manchmal findet sich der Titel "Prof.", damit werden aber SchullehrerInnen in Österreich bezeichnet, es müsste "Univ.-Prof." heißen.)

Wie gesagt: Bei diesem ersten Internet-Rundgang nahmen die medizinischen Universitäten (PMU Salzburg und UMIT Hall) vor allem schon wegen deren relativen Größe eine Sonderstellung ein. Ganz besonders interessant für mich war aber auch die Sigmund Freund Privat-Universität (SFU): Sowohl von der Forschungsausrichtung (human- und sozialwissenschaftlicher Fokus statt der üblichen naturwissenschaftlich bzw. medizin-technischen Ausrichtung) als auch vom kürzlich eingerichteten Doktoratsstudium. Vielleicht kann die SFU als sehr kleine Universität (rund 300 Studierende) hier der DUK – die derzeit über kein Promotionsrecht verfügt - eine Vorbildrolle sein?

Offizielle Kurzpräsentationen finden sich auf der Seite der Rektorenkonferenz der österreichischen Privat-Universitäten. Eine gute Zusammenfassung gibt auch ein Standard-Artikel vom 24. April 2007, der vor allem (endlich!) auch die Anzahl der Studierenden je Privat-Universität auflistet. (Inzwischen gibt es jedoch mit der MODUL University Vienna, die im Herbst mit etwa 100 Studierenden starten wird, siehe auch Standardartikel).

Über ihre Rektorenkonferenz wollen sich die Privat-Universitäten in der post-gradualen Ausbildung im Verhältnis zu den öffentlichen Universitäten besser positionieren. Sie verlangen "Chancengleichheit" in zweierlei Hinsicht (siehe dazu auch einen Standard-Artikel):

  1. Auch die Postgraduate-Angebote der staatlichen Unis sollten vom Akkreditierungsrat zugelassen werden müssen, was ich persönlich für durchaus sinnvoll halte.
  2. Die strikte Forderung des Verbots von Bundesfinanzierung soll "aufgeweicht" werden und es soll der Bund in Zukunft bestimmte Projekte im Bereich der Forschung und Lehre der Privat-Universitäten finanzieren (können). Dagegen hat sich der Wissenschaftsminister bereits ausgesprochen. An der gesetzlichen Grundlage der Nichtfinanzierung werde nicht gerüttelt.
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Details zur MEDIDA-PRIX Ausschreibung

Soeben habe ich den die Stellenausschreibung zum MEDIDA-PRIX als Nachricht gepostet. Es folgen hier nun einige Details:

Gehalt:

Je nach Ihren Qualifikationen können wir bis zu € 2.500.- zahlen (14x/Jahr + einer leistungsabhängigen Prämie von 25-50% des Monatsgehalts.)

Arbeitssituation:

Ihr Büro befindet sich in den Trakt der Räumlichkeiten meines Departments, allerdings müssen Sie sich das Zimmer mit einer anderen Mitarbeiterin teilen (Wir haben Platzprobleme.)

Sie arbeiten inhaltlich ganz eng mit mir als den wissenschaftlichen Leiter des MEDIDA-PRIX zusammen. Da wir an unserer Universität die nächste Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) ausrichten und der MEDIDA-PRIX im zeitlichen und räumlichen Naheverhältnis dazu steht, werden Sie sich dieses Jahr auch mit Frau Dr. Sabine Zauchner – die wissenschaftliche Leiterin dieser Tagung (16.-18. September 2008) ist – häufig abstimmen.

Arbeitsinhalte:

Es ist geplant dem MEDIDA-PRIX in mehrerer Hinsicht weiter zu entwickeln: Einerseits muss er stärker als eigene eine neue Marke etabliert werden. Insbesondere geht es vor allem darum, dass der MEDIDA-PRIX stärker in den Medien vertreten ist und er über die relativ enge E-Learning Community hinaus bekannt gemacht wird. Zu diesem Zweck werden Sie sowohl mit der hauseigenen PR-Abteilung als auch mit Dr. Michael Kopp von der Medienagentur 2412 zusammenarbeiten. Andererseits muss er sich stärker selbständiger, d.h. unabhängiger von der GMW-Jahrestagung positionieren. Dazu sind neue Ideen des organisatorischen Arrangements notwendig.

Eine wichtige inhaltliche Änderung besteht darin, dass nicht mehr wie in den letzten 4 Jahren Bewerbungen in zwei Kategorien stattfinden können. Es soll wieder nur eine einzige Kategorie geben, die jedoch den neuen Aspekte der Open Educational Resources (OER, bzw. übersetzt mit "Freie Bildungsresourcen") stärker berücksichtigen soll.

Sie organisieren die Ausschreibung, das Begutachtungsverfahren, die Auswahl der Finalisten und schließlich den Höhepunkt: Die Preisverleihung.

Wie sie sehen: Ein hoch innovatives und interessantes Arbeitsgebiet, das sowohl hohes  Gestaltungspotential und Vernetzungsaktivitäten beinhaltet. - Ich freue mich auf Ihre Bewerbung!


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Stumm aber nicht ideenlos

Drei Bedingungen für regelmäßige Einträge auf dieser Website

Im letzten Monat ist es wieder recht still um mein Weblog geworden.  Das entspricht jedoch gar nicht meinen inhaltlichen Aktivitäten bzw. inhaltlichen Fortschritten. Oder auch anders - genau umgekehrt - ausgedrückt: Es widerspiegelt gerade meine neuen inhaltlichen Aktivitäten: Gerade weil ich mich auf inhaltliche Fortschritte konzentriert habe, hatte ich keine Zeit meine Homepage bzw. Weblog parallel dazu zu führen.

Es gibt hier einen eigenartigen Zusammenhang: Wenn es darum geht, einen größeren (neuen) Gedankengang zu entwickeln, dann lässt sich dies schwer in kleinere Stücke ("Bits and Pieces") zerlegen, wie es für einen Artikel auf diesen Seiten notwendig wäre. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Gedankengang nicht abgeschlossen, noch im Fluss ist und/oder mit einer Reihe andere Gedanken verknüpft ist.

Ein anderer Grund für Stummheit und damit scheinbare Inaktivität ist gerade das Gegenteil: Hohe Aktivitäten und damit wenig Zeit darüber zu berichten. Dazu kommt noch, dass meistens auch eine gewisse Transformation der Gedanken/Aktivitäten notwendig ist. D.h. es gibt hier zwei Formen der Stummheit: Über eine gerade stattgefundene Aktivität wird durch Zeitknappheit - weil eine Reihe von neuen Aktivitäten das vorhandene Zeitbudget voll ausfüllen –  die (alte) Aktivität soweit in den Hintergrund gedrängt, dass ein Bericht über diese Tätigkeiten bereits nicht mehr aktuell ist oder gar in seiner ursprünglichen Form obsolet geworden, d.h. überholt ist.

Ein weiterer Grund für meine relativ seltenen aktuellen Meldungen sehe ich im Charakter der Donau-Universität Krems (DUK) selbst: Viele Einfälle in meiner neuen Position an der DUK sind eng verbunden mit dem Generieren neuer "Geschäftsmöglichkeiten" (z.B. neuer Lehrgang, neues Projekt), die nicht so ohne weiteres im Vorfeld öffentlich gemacht werden sollten, weil sie damit auch der "Konkurrenz" bekannt werden. Ich bin hier leider – durch einige negative Erfahrungen – bereits "gebranntes Kind": Eine - wie ich glaube - gute Idee für neue Arten von Lehrgängen wurde bereits in einer konkreten Implementierung von einem möglichen Kooperationspartner im Alleingang "aufgegriffen".

Ein weiterer Grund für Stummheit besteht im starken Engagement der internen Organisationsentwicklung, die - zumindest während des laufenden internen Prozesses - nicht nach außen gelangen sollen/dürfen. Ich spiele hier natürlich auf den nach wie vor aktuellen Konflikt an der DUK an, der keineswegs - auch wenn es derzeit in der Öffentlichkeit ruhig dazu geworden ist - aus- bzw. überstanden ist.

Es scheint, dass zum regelmäßigen Führen eines aktuellen Weblogs drei Dinge gleichzeitig erfüllt sein müssen:

  1. Kleinere - in sich abgeschlossene - Gedankengänge
  2. Zeit - nicht nur zum Schreiben, sondern auch zum "Transformieren" (fragmentieren, isolieren, neutralisieren, "einfrieren") des Gedankengangs bzw. der Aktivität.
  3. Der Gedankengang oder die Aktivität muss für ein allgemeines Publikum relevant bzw. bestimmt sein.
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Didaktische Szenarien und IMS Learning Design

Eine interessante Masterthese von Christian Czaputa

DUK Masterthese
Christian Czaputa

Vorige Woche hatte ich eine ausgezeichnete und für mich äußerst interessante Masterthese von Christian Czaputa zu begutachten. Ausgehend von einer Reihe praktischer Erfahrungen in der LehrerInnen-Fortbildung – der Autor arbeitet als abgeordneter Lehrer an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalbildung in Dillingen – untersucht Herr Czaputa dabei in wie weit meine eigenen Überlegungen zu Didaktischen Szenarien mit dem E-Learning Standard IMS Learning Design kompatibel sind. Insbesondere geht es darum, ob eine Nutzung im Sinne einer Vereinfachung des Modellierungsprozesses von Lerneinheiten in IMS Learning Design, d.h. bei der Entwicklung so genannter Units of Learning (UoL) mit meinem Konzept der Didaktischen Szenarien möglich ist.

(Das Bild mit dem Zug vor der DUK – Donau-Universität Krems – stammt aus einem Projekt mit dem Namen MethoTrain, an dem Herr Czaputa in Rahmen einer unserer Lehrgänge beteiligt war.)

Es war für mich persönlich schon etwas eigenartig, als ich nach der Einleitung und einer ersten Annäherung zum Thema (Kapitel 2: „Didaktische Szenarien im E-Learning“) eine ausführliche Rekonstruktion und Exegese meiner eigenen Publikationen präsentiert bekam (Kapitel 3: „Didaktische Szenarien nach Baumgartner“). Das kommt einerseits selten vor, andererseits hatte der Autor diese Rekonstruktion sowohl selbständig – ohne ständige Rückkoppelung mit mir – und vor allem kritisch vorgenommen.

Heuristische Checkliste

Das Ergebnis war für mich beruhigend und verblüffend zugleich:

  • Beruhigend deswegen, weil sich trotz Fehlens einer einheitlichen Monografie aus den doch recht vielen unterschiedlichen Texten (insgesamt 13 schriftliche Äußerungen sowohl als veröffentlichte Artikel aber auch als längere Kommentare in meinem Weblog) letztlich doch ein recht einheitliches und konsistentes Bild meiner theoretischen Vorstellungen ergab.
  • Verblüffend deswegen, weil der Autor als Konsequenz eine heuristische Checkliste aus meinem Publikationen destillierte (Anhang 1: S.131-134, bzw. S.48, siehe Zitat, das diesem Absatz folgt), die ich so in konzentrierter Form noch nicht gesehen und veröffentlicht hatte. Besonders interessant war dann auch noch die Überprüfung an Hand einiger ausgewählter Beispiele, die zeigte, dass die von mir implizit entwickelten und von Herrn Czaputa explizit formulierten Kriterien sowohl sehr trennscharf als auch durchaus praxistauglich sind (Kapitel 3.6.3: „Beispielsanwendungen der Checkliste“, S. 49-53)
Ein Didaktisches Szenario nach Baumgartner ist
(A) ein Skript für die Inszenierung eines Lernarrangements
- präskriptiver (= vorschreibender) Charakter
- theoretisch geleitet
- zeitlich, räumlich, sozial beschrieben,
(B) inhaltlich neutral und wiederverwendbar,
(C) geformt aus Elementen didaktischer Interaktionen und selbst
Grundelement zur Formung fachdidaktischer Blöcke,
(D) durch eine Granularität von wenigen Minuten bis einige Stunden aktiver Lernzeit
(<= 1 ECTS mit ca. 25 – 30 h) charakterisiert


Beim Lesen dieses anregenden Kapitels ist mir auch noch eine weitere (generierende) Anwendung seiner „heuristischen Checkliste Didaktische Szenarien nach Baumgartner“ bewusst geworden: Aus dem in deutschem Raum häufig verwendeten didaktischen Planungsformular, das sich meistens nach dem Ansatz Paul Heinmanns (sog. Berliner Modell der Didaktik) bzw. dessen Weiterentwicklung zum Hamburger Modell orientiert, lassen sich relativ leicht entsprechende Didaktische Szenario ableiten. Die in der Tabelle eingetragenen Planungsschritte (Unterrichtsphasen – Ziele und Inhalte – Methoden – Medien) müssen ihrer inhaltlichen Konkretisierung entkleidet werden um ein Didaktisches Szenario zu generieren. Praktisch geschieht dies dadurch, dass aus der Spalte „Unterrichtsinhalte“ nur die Ziele entnommen werden während von der inhaltliche Konkretisierung soweit abstrahiert wird, dass ein wieder verwendbares Aktivitätsmuster entsteht. Es besteht dann noch die Notwendigkeit, dass der sequentielle Verlauf der Unterrichtsplanung auf in sich geschlossene Handlungsanleitungen aufgeteilt wird, die dann noch mit einem geeigneten typisierenden Bezeichnung (= Namen für das Didaktisches Szenario) versehen werden. Neben der von mir intendierten theoretischen Herleitung von Didaktischen Szenarien kann damit auch mit der Destillation aus der aktuellen LehrerInnenpraxis der umgekehrte Weg – von der Praxis zur Theorie – beschritten werden.

Unterrichtsvorbereitung und Unterrichtsplanung


Sehr erhellend ist die ausgearbeitete und mit aktueller Literatur begründete Einsicht, dass IMS LD eher dem Bereich der Unterrichtsvorbereitung und das Konzept der Didaktischen Szenarien hingegen eher dem Bereich der Unterrichtsplanung zugeordnet werden kann. Während die Unterrichtsplanung sich im Bereich der präskriptiven (vorschreibenden) Planungsentscheidungen für den Unterrichtsverlauf bewegt, konzentriert sich die Unterrichtsvorbereitung auf die Realisierung, d.h. Umsetzung der Planungsentscheidungen in konkrete Maßnahmen. Aus diesen allgemeinen Überlegungen heraus wäre eine gute ergänzende Wirkung von Didaktischen Szenarien (Planung) und IMS LD (Umsetzung) denkbar.

Es zeigt sich jedoch im ausführlichen und eher technisch gehaltenen 7. Kapitel, dass eine Koppelung zwischen dem Konzept der Didaktischen Szenarien und IMS LD (z.B. indem Didaktische Szenarien als Muster, Vorlagen – sog. „Templates“ – für ein Learning Design dienen) derzeit nur sehr beschränkt möglich ist.  Das Problem liegt darin, dass innerhalb von IMS LD sich die für Didaktische Szenarien notwendigen Trägerelemente in zeitlicher, räumlicher und sozialer Hinsicht nicht isolieren und damit nicht wieder verwenden lassen. Sowohl die Referenzierung von Ressourcen als auch semantische Kontextbezüge sind innerhalb eines Learning Design nicht möglich, sondern erfordern immer den Bezug auf die darüber liegende Unit of Learning (UoL). Konkret bedeutet dies, dass zwar auf der Grundlage einer Taxonomie von Didaktischen Szenarien vorgefertigte Schablonen für Learning Design entwickelt werden können (immerhin !), dass diese aber für die jeweilige Unit of Learning speziell händisch nach gebessert werden müssen indem manuell die entsprechenden Ressourcen und semantischen Kontexte (z.B. Formulierung der Aufgabenstellung etc.) adaptiert werden.

Ich habe für Interessierte das PDF der Masterthese als Anlage beigelegt (PDF, 3.3 MB).

Didaktische Szenarien und IMS LD Didaktische Szenarien und IMS LD
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Online Vortrag mit Adobe Connect

Erfahrungen mit einem neuen Werkzeugtyp sammeln


Am Dienstag, den 9.12.2008 halte ich auf Einladung von Herrn Jürgen Wagner (Landesinstitut für Pädagogik und Medien in Saarbrücken) einen Vortrag zu Web 2.0. (Siehe auch meinen heutigen Beitrag auf der Nachrichtenseite.)

Normalerweise berichte ich hier nicht über geplante Vorträge. Die Veranstaltung am Dienstag ist jedoch etwas Besonderes: Zum ersten Mal verwende ich das Programm Adobe Connect.

In einer Nachhilfestunde, die Herr Jürgen Wagner freundlicherweise mit mir durchführte, konnte ich mich von den vielen interessanten Features der Software überzeugen. Ich muss sagen, dass ich recht beeindruckt bin, da ich in letzter Zeit die Entwicklungen am Sektor der Virtuellen Klassenzimmer nicht im Detail verfolgt habe.

Ja ich weiß: Etwas peinlich für einen Professor für Interaktive Medien... Aber bisher hatte ich mit asynchronen Werkzeugen wie moodle und skype-Telefonkonferenzen für Beratungs- und/oder Staffgespräche mit wenigen Personen (GMW-Vorstand, ZEL-Redaktionskonferenz) das Auslangen gefunden.

Die Funktionen sind so vielfältig, dass ich sicherlich am kommenden Dienstag nicht alles didaktisch Sinnvolle einsetzen werden könne. Ist ja auch ein wenig riskant, wenn noch nicht die entsprechende Erfahrung und Sicherheit mit dem Werkzeug vorhanden ist.


Ich nehme aber diese Gelegenheit wahr, um etwas dazu zu lernen. Bei Rückfragen und Gespräche - die ich aus Eigeninteresse wegen eines späteren möglichen Ankaufs meines Departments (bzw. Universität) ergab sich eine glückliche Konstellation: Auf Grundlage der langjährigen freundschaftlichen Zusammenarbeit mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalentwicklung Dillingen (insbesondere mit den Herren Johannes Böttcher und Christian Czaputa) ergab sich im Rahmen einer Kooperation der ALP mit dem Lehrgang eEducation eine Zusammenarbeit die unter anderem auch einen inhaltlichen Erfahrungsaustausch zu Virtual Classroom Software und insbes. zu Adobe Connect einschließt. Das ist aus meiner Erfahrung auch deshalb wichtig, da es besser ist, wenn bei solchen Entscheidungen mehrere Personen beteiligt sind und (b) die Entscheidung auch auf Erfahrungen in der konkreten Praxis beruhen. (Und für eine weitere Evaluationsstudie nach LMS, CMS und - demnächst kommend: - E-Portfolio fehlt das Geld <grin>)

Erfahrungen austauschen

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir hier an dieser Stelle auch weitere Praxiserfahrungen ausgetauscht werden könnten. So hatte ich einmal eine katastrophale Erfahrung mit Vitero gehabt. Es hat praktisch nichts funktioniert. Ich musste (am Mac) ständig den Chat benutzen, da mein Ton nicht ging, jemand anders musste umgekehrte sich alles vorlesen lassen, da bei ihr wiederum kein Bild vorhanden war.

Wer verwendet welche Software und mit welchen Erfahrungen?

Noch einige Links zu Adobe Connect

Acrobat Conntect Pro Training (YouTube Video)
 
Noch ein Acrobat Connect Pro Training (YouTube Video)
 
Acrobat Connect Pro Meeting Module (YouTube Video)
 
Acrobat Connect Pro Training Module (YouTube Video)


Ich hänge auch noch meinen Foliensatz hier an, mit dem ich am Dienstag an den Start gehe.

Web 2.0 - Soziale Prozesse Web 2.0 - Soziale Prozesse
Größe: 2.8 MB - File type application/pdf
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Re: Weitere Virtuelle Klassenzimmer Software

Kommentar von baumgartner am 04.12.2008 17:58

Gleich als Nachtrag eine E-Mail des Leiters unseres E-Learning Zentrums Gerhard Schwed:

Hier einige andere Systeme:
www.ivocalize.com
www.persony.com
Beide obigen Systeme verwende ich schon seit Jahren gelegentlich.
Sie funktionieren recht gut und sind nicht teuer.
Aus meiner Sicht gibt es hier das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

www.dimdim.com
Ist OpenSource (daher gratis) und es gibt eine Integration in Moodle.
Nachteil: das Produkt ist noch nicht ausgereift. Manches funktioniert noch nicht richtig.
Es wird aber rasch entwickelt und ich möchte es so bald wie möglich in Moodle integrieren.

http://spreed.com
ziemlich neues Produkt; Kenne ich noch nicht persönlich; soll aber recht gut sein.

www.webex.de
Das ist ein seit vielen Jahren bewährtes und professionelles System für alle Arten von Meetings via Internet.
Es richtet sich an Firmen und ist leider ziemlich teuer.

www.wimba.com
Richtet sich an den Bildungsbereich und bietet verschiedene Arten von virtual classrooms.
Ich habe einmal ein Webinar bei Wimba mitgemacht.
Ist weitgehend mit persony und ivocalize vergleichbar.
Jedes der drei Programme hat aber spezifische Vor- und Nachteile.

Leider habe ich Detailinfos (Features, Preise, etc.) nicht in kompakter Form zur Hand.

Hervorragende Informationssammlung zum Themenbereich Live-Online-Collaboration

Kommentar von cczaputa am 05.12.2008 10:00

Matthias Rückel stellt auf seinem lesenswerten Live Online Collaboration Blog eine hervorragende Linkliste zum Themenbereich zur Verfügung:

http://www.realtime-collaboration.de/index.php?op=Template&blogId=1&show=links

Weiter stellt die eLearning Guild eine Reihe von Infos/eBooks zum Thema Synchronous E-Learning zur Verfügung:

The eLearning Guild's Handbook on Synchronous e-Learning (2007)
http://www.elearningguild.com/content.cfm?selection=doc.542

144 Tips on Synchronous e-Learning, Strategy + Research (2008)
http://www.elearningguild.com/content.cfm?selection=doc.1025

Studie über Systeme im Handbuch E-Learning

Kommentar von vgries am 05.12.2008 12:55

In der 26. Ergänzungslieferung (Oktober 2008) des bekannten "Handbuch E-Learning", Hohenstein/Wilbers (Hrsg.), Deutscher Wirtschaftsdienst ISBN 3-87156-298-X findet man eine Vergleichsstudie verschiedener Systeme und Trendaussagen für die Entwicklung.
Daniel Stoller-Schai (UBS AG): Marktübersicht WebConferencing-Systeme.

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