Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Weblog Categories Community
Artikelaktionen

Community

Eine Ebene höher Community
Informationen rund um die e-Learning Community: Neuerscheinungen, Stellenausschreibungen etc.

Artikelaktionen

TU-Dresden: 2 e-Learning Positionen

Über einen Verteiler habe ich die Ausschreibung von 2 Stellen an der TU Dresden zugeschickt bekommen. Deadline für die Bewerbung ist der 25-04.2006.

Die TU Dresden hat sich das Ziel gesetzt, die Nutzung von eLearning und
IuK-Technologien für die Lehre weiter zu verbreiten. Für in diesem Kontext
stattfindende F&E-Vorhaben sind vorbehaltlich der endgültigen Bewilligung am
Media Design Center zum 01.06.2006 (Beschäftigungsdauer gem. HRG i.d.j.g.F.)
folgende Stellen zu besetzen:

wiss. Mitarbeiter/in (BAT-O IIa)
mit 50% der regelm. wöchentl. Arbeitszeit, befristet bis 30.06.2007,
Verlängerung möglich

Aufgabe: Mitarbeit im BMBF-Verbundprojekt PRO-eLearning
(http://tu-dresden.de/proel) im Projektbereich Organisationsmodellierung und
Evaluation.
Voraussetzungen: wiss. HSA in einem geeigneten Fachgebiet (z.B.
Wirtschaftswissenschaft, Pädagogik, Medienwissenschaft, etc.); Interesse an
wiss. Arbeit; vertiefte Kenntnisse der empirischen Sozialforschung; Erfahrungen
bei der Konzeption von eLearning, ggf. in Form einer entsprechenden Vertiefung
im Studium; Kenntnisse in den Bereichen Hochschulentwicklung/-politik,
Organisationsentwicklung/-analyse; betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse;
Bereitschaft zur Einarbeitung in interdisziplinär angelegte Fachthemen;
Kenntnis der englischen Sprache.
Rückfragen richten Sie bitte an Dipl.-Berufspäd. Jörg Neumann oder Dorit
Jentzsch, M.A., Tel.: 0351 463-36121 oder eMail joerg.neumann@tu-dresden.de.

wiss. Mitarbeiter/in (BAT-O IIa)
befristet bis 31.12.2006, Verlängerung möglich

Aufgabe: Mitarbeit an der Integration der Informationssysteme der TU (webCMS,
LMS, elearning CMS, Forschungsinformationssystem u.a.).
Voraussetzungen: wiss. HSA in einem geeigneten Fachgebiet (z.B. Informatik,
Medienwissenschaft, etc.); Erfahrungen bei der Entwicklung von eLearning, ggf.
in Form einer entsprechenden Vertiefung im Studium; Interesse an wiss. Arbeit;
Bereitschaft zur Einarbeitung in spezielle IT-Fachthemen; ggf. Vorkenntnisse
aus dem juristischen Bereich, insb. Medienrecht; Kenntnis der englischen
Sprache; IT-Kenntnisse: PHP/MySQL; Zope/Phyton; Webtechnologien (RSS, SOAP,
Webservices, Datensicherheit u.a.); XML, SCORM/IMS; Software-Konzeption,
Entwicklungsstrategien, -tools (UML etc.).
Rückfragen richten Sie bitte an Dipl.-Ing. Gunter Paul oder Dipl.-Inf. Ronald
Schwarz, Tel. 0351 463-33950 oder eMail gunter.paul@mailbox.tu-dresden.de.

Frauen sind ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert. Bewerbungen
Schwerbehinderter werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Ihre Bewerbung richten Sie bitte mit den üblichen Unterlagen und frankiertem
Rückumschlag bis zum 25.04.2006 an: TU Dresden, Media Design Center, Herrn
Prof. Dr. Thomas Köhler, 01062 Dresden. Elektronische Bewerbungen sind an
mdc@mailbox.tu-dresden.de zu richten.

Kategorie(n)
Community Community
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/tu-dresden-2-e-learning-positionen/tbping

Stellenausschreibung

Informationen für alle 4 Stellen

Wie angekündigt folgen hier nun detailliertere Informationen zur Stellenausschreibung.

  1. Bei allen 4 Stellen handelt es sich um unbefristete Stellen in Angestelltenverhältnis (mit Vertrag nach österreischichen Angestelltengesetz).
  2. Offzielle Deadline der Ausschreibung ist der 5. Mai. Ich würde Sie aber bitten möglichst frühzeitig Ihre Bewerbung (per Mail!) abzusenden.
  3. Die Interviews sollen nämlich bereits am 11./12. Mai stattfinden.
  4. Die Gehälter oreintieren sich an der Dienst- und Besoldungsordnung der Donau-Universität Krems. Je nach Ausbildung und Vorerfahrungen ist eine Überzahlung möglich.
  5. Ich möchte die Stellen ab sofort besetzen, spätestens jedoch mit 1. Juli. Am 3./4. Juli findet bereits die erste Klausur des Departments statt, wo alle Mitarbeiter/-innen teilnehmen sollen und wir gemeinsam über inhaltliche Strategie und Organisationsstruktur des Departments sprechen wollen.
Klicken Sie in die nachfolgenden Links um nähere Informationen für die einzelnen Stellen zu erhalten:
Kategorie(n)
DUK DUK
Community Community
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/stellenausschreibung/tbping

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von silkekleindienst am 23.04.2006 20:26

Lieber Herr Baumgartner

Leider habe ich trotz Registrierung auf dieser Site nicht die notwendige Berechtigung um die ausführlicheren Informationen zu den Stellenausschreibungen anzusehen. Absicht oder habe ich nicht den richtigen Status?

Herzliche Grüße
Silke Kleindienst

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von baumgartner am 23.04.2006 21:28

Sorry, mein Fehler! Ich wollte noch mit der Personalabteilung gegenchecken, ob ich auch alle Infos richtig reingeschrieben habe. Das ist sich aber vor dem Wochenende nicht mehr ausgegangen. Ich habe dann vergessen meine erste Notiz der Ankündigung rauszunehmen... Peinlich! Da habe ich alle bereits neugierig gemacht. (Guter Werbetrick!) Jetzt habe ich alles freigeschaltet, allerdings mit dem Zusatz: Ohne Gewähr. (Betrifft vor allem die Gehaltsspannen: Hier muss ich selbst noch dazulernen. Bisher war ich ja von Uniss gewohnt, dass es ein fixes, genau geregeltes Gehalt gibt. Jetzt gibt es Spannen, die ausverhandelt werden müssen...)

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von SL am 26.04.2006 09:52

Lieber Herr Baumgartner!
Nachdem ich mit großem Interesse Ihre Stellenausschreibung gelesen habe wollte ich mich noch einmal vorab informieren, ab wann Sie die Stelle als Wissenschaftliche/r MitarbeiterIn besetzen würden.
Mit lieben Grüßen
S.L.

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von birgit am 27.04.2006 11:32

Hallo,

"Ich möchte die Stellen ab sofort besetzen, spätestens jedoch mit 1. Juli."

LG BZ

Re:Stellenausschreibung

Kommentar von Anonymous User am 28.04.2006 14:59

Danke!

Medida-Prix: eine eigene Steilvorlage


Heute habe ich für die halbjährlich stattfindende Konferenz des Forum Neue Medien - Austria (fnam-a) einen Beitrag eingereicht. Es handelt sich dabei gewissermaßen um eine eigene Steilvorlage: Ich möchte für die Veranstaltung am 17./18. November an der Medizischen Universität in Graz Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Medida-Prix über 2007 hinaus vorstellen. Es soll ein neues (adaptiertes) Konzept für den Medida-Prix für 2008-2011 heraus kommen. Um eine Steilvorlage handelt es sich bei dieser Einreichung für ein Referat deshalb, weil ich über dieses neue Konzept mir selbst noch nicht im Klaren bin.

Bis zur GMW-Tagung 2007 in Hamburg ist der Medida-Prix sowohl finanziell als auch inhaltlich gesichert. Ich habe zwar nun die Aufgabe als wissenschaftlicher Leiter von Joachim Wedekind, der sich aus persönlichen Gründen aus dieser Funktion zurückzieht, übernommen - das Konzept und die inhaltliche Ausrichtung bleibt jedoch für Hamburg weiter unverändert.

Danach allerdings einige Probleme, die adressiert werden müssen:

  1. Das Preisausschreiben war ursprünglich als "change agent" für ein Umdenken in der Community gedacht. Ein Umdenken in Richtung von E-Learning Entwicklungen die nachhaltig sind und/oder mit strategischer Hochschulentwicklung verbunden sind. Durch "flächendeckende" Förderprogramme, die zwischenzeitlich von allen drei beteiligten Ländern ausgeschrieben wurden, scheint diese Rolle "change agent" aber für den Medida-Prix inzwischen überholt zu sein. Wie könnte eine neue Ausrichtung für die dritte Runde (2008-2001) aussehen? Was hätten die finanzierenden Ministerien davon? Warum sollten sie den Medida-Prix weiter finanzieren? (Ich wäre wirklich dankbar hier für Anregungen und Ideen in Form von Kommentaren!)
  2. Bisher hat es der Medida-Prix nicht geschafft aus die Öffentlichkeit der eigenen Community herauszutreten und in Massenmedien präsent zu sein bzw. präsentiert zu werden. Woran liegt das? Fehlendes know-how im Marketing? An einer zu komplexen Message für die Massenmedien? Wenn Letzteres: Wie könnte diese Message vereinfacht werden?
  3. Ich habe informell in letzter Zeit einige Kritik zum Verfahren, Feedback-Mechanismens und -Inhalten sowie zu den Juryentscheidungen gehört. Ist das nur Unkerei, wie es das bei allen Preisausscheidungen gibt, oder hat diese Kritik einen realen Gehalt?
  4. Die Organisationkosten werden von den finanzierenden Ministerien zu hoch empfunden. Etwa 150% der Preissumme für die Organisation auszugeben, erscheint den Ministerien zu viel. Das bisherige Verfahren mit seinem dreistufigen aufwendigen Evaluationsverfahren, (double blind review der Einreichungen, Gutchterworkshop für Nominierung, wer in die Endausscheidung kommt und Juryentscheidung auf der GMW-Tagung) ist aber kaum billiger zu organisieren. Welche alternativen Ablauf- und Verfahrensmodelle sind denkbar? Die einreichenden Projektgruppen halten auch den Aufwand für die Einreichung für sehr hoch. Wie kann auch hier eine Vereinfachung erreicht werden?
Zu diesen 4 Fragen hoffe ich bis Mitte September eine (provisorische) Antwort zur Diskussion stellen zu können. Erste Anregungen aus der Community wären sehr hilfreich!
Medida-Prix: Quo vadis? Medida-Prix: Quo vadis?
Größe: 71.7 kB - File type application/pdf
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/medida-prix-eine-steilvorlage/tbping

Re:Medida-Prix: eine eigene Steilvorlage

Kommentar von Martin Ebner am 12.11.2006 12:29

Meine Anregung wäre nicht einen Preis zu vergeben, sondern eventuell mehrere. Wie ich mir das vorstelle? Wohl eher so wie die "Oscarverleihung".
Aus meiner Sicht wäre es sehr zukunftsweisend, innovative Ideen und Konzepte ebenfalls aufzunehmen. Das ist mir bisher immer ein wenig zu kurz gekommen. Vielleicht könnte man so jenen "kleinen" Projekten die enorme Potentiale haben, aber durch ihre Größe nie in Betracht kommen, mehr ans Tageslicht bringen.
Weiters ist m.E. einfach enorm schwer EINEN Preis für alle zu vergeben. Denn dann kommt es immer darauf an, was zur Zeit aktuell ist, oder vielleicht auch was man aufgrund von Erfahrungen aus seinem Fachbereich gut findet usw.

Also mein Vorschlag: Kleinere Preise dafüre mehrere Kategorien UND auf alle Fälle die Möglichkeit schaffen, dass innovative, zukünftige Projekte (die sich vielleicht gerade in einer Art Prototypphase befinden) aufnehmen.
Ich glaube es sollte nicht um die Geldsumme gehen die man bekommt, sondern um die Wertschätzung der Community.

Wie gesagt auch nur eine Anregung :-) und alles Gute für Graz (wir werden fleißig mitdiskutieren).

Re:Medida-Prix: eine eigene Steilvorlage

Kommentar von baumgartner am 12.11.2006 13:15

Ohje: Eine Idee, haben Sie mir schon weggenommen ;-) Aber mein Vorschlag beinhaltet noch eine andere, alternative Idee. Eine Idee, die ich persönlich sogar spannender und innovativer finde. Bin schon ganz gespannt auf das Feedback in Graz! Vielleicht gibt es auch ganz andere Ideen als jene zwei, die ich vorstellen werde...

edumoodle.at: Wer will, der kann!

Mag. Helmut Stemmer

Auf Initiative von Mag. Helmut Stemmer der Abteilung I/9 (Einsatz innovativer Technologien) des österreichischen Bildungsministeriums (bm:bwk) wird bereits seit April 2006 ein zentrales Service für österreichische schulische Einrichtungen und Institutionen zur Aus- und Fortbildung von Lehrer/innen eingerichtet. Unter http://www.edumoodle.at können Bildungsinstitionen, die in die oben genannten Kategorien fallen, einfach und problemlos eine eigene moodle-Instanz mit Administratorechten einrichten. Es muss bloß ein Fax mit den gewünschten Namen der Instanz und dem Schulstempel eingesendet werden und innerhalb 24 Stunden (werktags) kann bereits gearbeitet werden.


Es handelt sich um eine ASP Lösung, die 24 Stunden/Tag und 365 Tage/Jahr kostenlos (!) angeboten wird. Das Angebot richtet sich vor allem an kleine und mittlere Schulen und soll helfen beim Einsteig in das E-Learning zusätzliche Belastungen der schulinternen IKT-Infrastruktur zu vermeiden. Politisches Ziel dieser Dienstleistung ist es im Sinne der österreichischen eFit-Strategie die Zahl der NutzerInnen von Lernplattformen bis Ende 2007 zu verdreifachen.

Das zentrale Service wird durch eine Reihe begleitender Maßnahmen ergänzt: So gibt es beispielsweise einen moodle-Selbstlernkurs, der audiovisuell in die Funktionen und Anwendungsbereiche der Open Source Lernplattform einführt. Auch ein Support durch nationale moodle-ExpertInnen sowie eine Vernetzung mit den internationalen Entwicklungsstellen der Open Source Community ist vorgesehen. Die operativen Aktivitäten werden durch das e-LISA academy Team unter Leitung von Thomas Nárosy koordiniert und sind bis Ende 2007 finanziell gesichert. Es wird jedoch bereits an einer Verlängerung dieses Dienstes nach 2007 gearbeitet.
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/edumoodle-at-wer-will-der-kann/tbping

E-Learning Strategien an AT-Hochschulen

NML Strategie-Graz Setting

Moderation Grossmann

Auf Einladung der Abteilung VII/10 (Studieninnovation und Forschungsfragen im Hochschulbereich) des bm:bwk fand am 16. November ein Workshop zur strategischen Ausrichtung von E-Learning an österreichischen Hochschulen statt. An die 100 VertreterInnen von E-Learning Projekten überlegten und diskutierten den Stand sowie die weitere Zukunft von E-Learning an Österreichs Hochschulen. Es ging um eine Evaluierung der "Impulse für nachhaltige Entwicklungen" (so der Titel der Veranstaltung), die sich aus der Initiative Neue Medien in der Lehre (NML) entwickelt haben. In drei Themengruppen wurden die Erfahrungen der 25 NML-Projekte (Fördersumme: 8 Mio. €) und der 11 Strategie-Projekte (Fördersumme 3 Mio €) verarbeitet und kritisch beleuchtet.

Sektionschef Mag. Friedrich Faulhammer hielt einen sehr warmherzigen und engagierten Eröffnungsvortrag, der sich sehr wohltuend zu den Beiträgen des früheren Sektionschefs Dr. Sigurd Höllinger abgehoben hat. Herr Faulhammer hat nicht nur das Team um Frau Mag. Andrea Ecker gelobt und in den Mittelpunkt gestellt, sondern auch glaubhaft klar gestellt, dass er die bisherige Entwicklung von E-Learning an den österreichischen Hochschulen als wichtigen Beitrag für die Qualitätsentwicklung der Lehre hält und diese Bewegung daher auch weiterhin unterstützten wird.

Das Setting und die Fragestellungen

Die Veranstaltung gewann schon eine bestimte Dynamik durch das räumliche Setting (siehe Grafik): An 9 verschiedenen Tischen von 8-10 Personen wurden entsprechende Beiträge aus verschiedenen Sichtweisen erarbeitet. Der Tisch der ExpertInnen bestand aus Studierenden und der Leiterin des Evaluationsprojektes eStudy Frau Univ.Prof.Dr. Manuela Paechter. Dann gab es Tische mit VertreterInnen  der NML-Projekte und der Strategieprojekte, Tische der Steuerungsgruppe, die die NML-Projekte evaluierte und begleitete und der Jury der Strategieprojekte. (Ich musste teilweise meinen Platz wechseln, weil ich in beiden Projektinitiativen eine Rolle spielte.) Auch das bm:bwk formte eine eigene Diskussiongruppe und stellte ihre Überlegungen zur Diskussion. Moderiert wurde die Veranstaltung durch Univ.Prof.Dr. Ralph Grossmann, Leiter der IFF-Abteilung "Organisationsentwicklung" der Universität Klagenfurt.

Es wurden in drei zeitlichen Abschnitten folgende Fragen diskutiert:

  1. Wie ist es den inhaltlichen (Content-)Projekten der NML-Ausschreibung gelungen nachhaltige Entwicklungen in Gang zu setzen?
  2. Welche Erfahrungen sind aus den nun mehr seit einem Jahr laufenden Strategie-Projekten zu ziehen?
  3. Wie soll es zukünftig weiter gehen? Welchen Punkten gilt es besondere Aufmerksamkeit zu schenken?

Die Ergebnisse

Das Arrangement der Veranstaltung hat zu verschiedenen Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven geführt. Mit als Teilnehmer, der selbst involviert war, ist es daher nicht möglich die Ergebnisse klar, übersichtlich und vor allem vollständig darzustellen. Ich konzentriere mich daher auf einige Punkte, die mir persönlich wichtig vorgekommen sind:

  • Die Nachhaltigkeit der NML-Projekte zeigt sich vor allem dadurch, dass keines der Projekte gescheitert ist (hier wurde ein Lob der ständigen und professionellen Begleitung durch die Steuerungsgruppe ausgesprochen) und nach wie vor aktiv ist.
  • Unter Nachhaltigkeit wird aber nicht bloß die Erreichbarkeit der Ergebnisse über eine URL verstanden, sondern die ständige Wartung und Pflege der Projektinhalte. Wartung und Pflege – das hat sich deutlich gezeigt – ist eine Chefsache, kann nicht den einzelnen HochschullehrerInnen überlassen werden, sondern muss in die Struktur der jeweiligen Hochschule integriert werden.
  • Die Content-Projekte haben eine Leuchtturmfunktion übernommen und waren die Voraussetzung für die nachfolgenden E-Learning Strategie Projekte. Diese wären ohne, dass eine professionelle Community geschaffen und ausgebildet wurden, nicht möglich gewesen.
  • Als Erfolgsfaktoren für die Nachhaltigkeit wurden erwähnt:
    • Nicht für die Studierenden entwickeln, sonden mit den Studierenden entwickeln! Die Einbindung der Studierenden ist für die nachhaltige Entwicklung zentral. Schließlich sind es ja die Studierenden, denen diese Angebote letztlich zugute kommen sollen.
    • Obwohl die strukturelle Einbindung für eine nachhaltige Entwicklung zentral ist, bleibt das persönliche Engangement der BetreiberInnen und Pioniere weiterhin äußerst wichtig. Die Anonymität der Struktur muss mit dem persönlichen Commitment verantwortlicher Persönlichkeiten ergänzt werden.
    • Strategien die E-Learning in die Curriculas integrieren ("Push-Initiativen") müssen durch Initiativen, die neue Curricula gestalten, die E-Learning erforderlich machen ("Pull-Initiativen") ergänzt werden.
    • Die Weiterentwicklung von E-Learning Strategien hängt eng mit der strategischen Positionierung der jeweiligen Hochschule zusammen und muss den Blick auf den europäischen Bildungsraum richten (eBologna): Wozu braucht die jeweilige Hochschule im europäischen Bildungskontext E-Learning?
    • Nachdem mit den NML-Projekten Initiativen "von unten" gestartet wurden, geht es jetzt darum diese Bewegungen "von oben" zu stärken. Das geht sowohl über Zielvereinbarungen als auch über Anreizsysteme für Lehrende. Stab- und Liniensysteme der Anleitung müssen sinnvoll kombiniert werden.
    • Die Sicherung der Nachhaltigkeit ist eine Führungsaufgabe; sie erfordert das persönliche Engangement von (Vize-)Rektoren und die Integration von Qualitätsmanagement und Controlling in die jeweilige Organisationsstruktur.

Zu überwindende Schwierigkeiten

Es wurden einige Problempunkte kritisch angemerkt:

  • Die Strategie-Entwicklungen sind zum Teil an der Basis noch nicht angekommen. So gab es manche kritische Anmerkungen von VertreterInnen der NML-Contentprojekte zu den Tischen der Strategieprojekte.
  • Es gibt nicht nur Unterstützung für E-Learning sondern auch (nach wie vor) Widerstände; in einigen Teilen der Community ist auch bereits eine Übersättigung von E-Learning zu bemerken. - Höhere didaktische Flexibilität der E-Learning Angebote könnte hier eventuell helfen.
  • Der strategischen Ausrichtung durch das (Vize-)Rektorat steht zum Teil der Senat mit seiner Curriculumskompetenz entgegen.
  • Die Anreizmodelle für die Lehrenden sind z.T. zu einfach gestrickt (weniger Präsenzlehre durch E-Learning) und erfordern in nächster Zeit besondere Anstrengungen beim Suchen und bei der Implementierung kreativer Modelle.

Zukünftige Schwerpunkte (2007-2009)

Am Ende wurden - leider aus zeitlichen Gründen meiner Ansicht nach etwas zu kurz gekommen - Ideen für die zukünftige Schwerpunktsetzung angedacht. Es folgt wiederum ein persönlich gefärbter Auszug aus der Diskussion:

  • Eine stärkere Beachtung didaktischer Szenarien ist nach wie vor wichtig. Nach wie vor sind es noch meist "niedere" Formen von E-Learning (wie Download von PDF-Dateien, Präsentation von Webseiten) die massenhaft verbreitet sind. Es werden Contentpools benötigt, deren Inhalte eine Einbindung in eine Vielzahl didaktischer Szenarien ermöglichen.
  • Standardisierung von E-Learning Technologien, Open Source, Open Content (hier wurde insbesondere auf die Creative Commons Linzenz hingewiesen), Entwicklung neuer Informationsservices (Meshup = Mischen von Inhalten, Anwendungen und IT-Infrastrukturen) sind wichtige Punkte für die zukünftige Entwicklung.
  • Weiters wurden genannt die Forschung zu neuen didaktischen Szenarien für E-Learning, die Schaffung einer nationalen Zertifizierungs- und/oder Clearingstelle für E-Learning an österreichischen Hochschulen, der weitere Ausbau der österreichischen ePortfolio-Initiative, die stärkere Kooperation mit internationalen Organisation und Partnern aus der Wirtschaft, die stärkere Integration von E-Learning mit Verwaltungs- und Administrationssoftware (= "Campus Management"), die Förderung von Joint und Double Degrees, die Schaffung von (gesetzlichen) Rahmenbedingungen zur Unterstützung (elektronischen Prüfungen, Rechts- und Organistionsmodelle, Anreizsysteme wie Leistungspunkte auch für die Lehre, siehe z.B. das neue Konzept der Teaching Points).

Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/e-learning-strategien-an-at-hochschulen/tbping

Österreichisches E-Learning Familientreffen

Back Home in Austria

fnma Mitgliederversammlung

fnma-vorstand

Vom 17.-18. November fand an der Medizinischen Universität in Graz die 13. Tagung des Vereins Forum Neue Medien Austria (fnm-a) statt. Die Veranstaltung wendet sich an alle interessierte Hochschullehrende in Österreich und besteht zum größten Teil aus den Delegierten der Mitgliederorganisationen (= Hochschulen) des Vereins. Deshalb wurde auf der Tagung auch manchmal diese regelmäßigen Veranstaltungen als "Familentreffen der österreichischen E-Learning Community" bezeichnet.

Nach meinem Aufenthalt in Deutschland war dies wiederum das erste Mal, dass ich an dieser Art von Tagung in Österreich teilnahm. Selbst inzwischen Delegierter der Donau-Universität Krems (DUK) war dies tatsächlich wie ein Familientreffen. Ich konnte sowohl in vielen Gesprächen frühere Bekanntschaften erneuern als auch eine Reihe neuer Kontakte knüpfen und mir so ein Bild über die österreichische E-Learning Community im Hochschulbereich verschaffen.

Struktur der österreichischen E-Learning Community

Nach meinem Abgang an die FernUniversität Hagen war diese Community noch - bildlich gesprochen - ein kleines Pflänzchen gewesen. Zu dieser Zeit hatte ich auch noch die Ehre eine gewisse tragende Rolle zu spielen (damaliger Spitzname: Mr. E-Learning Austria). Das hat sich nun grundlegend geändert: Inzwischen ist die E-Learning Community zwar noch kein Wald aber zu einem kräftigen Baum mit vielen Ästen angewachsen. Die Community ist aber nicht nur zahlenmäßig enorm gewachsen, sondern hat sich auch durch die vielen E-Learning Stabstellen an den Hochschulen weitgehend professionalisiert.

Der Teilnehmerkreis hat sich nach meiner Beobacht etwa folgendermaßen zusammengesetzt: Es kommen zu den 2x im Jahr stattfindenden fnm-a Veranstaltungen im Schnitt etwa jeweils 100 TeilnehmerInnen. Das hängt zum Teil ein wenig vom Ort und auch der gewählten Zeit ab. In Location, die schwerer erreichbar sind (z.B. Vorarlberg) sind es etwas weniger TeilnehmerInnen, in Wien naturgemäß dafür mehr. Ich schätze, dass im Schnitt etwa 2/3 durch engagierte HochschullehrerInnen (zum Teil in Leitungsfunktionen) gebildet werden, die E-Learning selbst verwenden bzw. anleiten. Dazu zähle ich auch den (noch?) geringen Teil an österreichischen "E-Learning Professuren", die leider nicht alle anwesend waren. Ein anderer Teil (etwa ein Drittel?) wird durch die MitarbeiterInnen der hochschulweiten Supportzentren gebildet, die sich berufsmäßig mit der Implementierung von E-Learning an ihren jeweiligen Institutionen beschäftigen.

Inhaltliche Eindrücke

Der meiner Meinung nach entscheidende Vorteil dieser Veranstaltung besteht für mich in der lockeren informellen Atmosphäre. Kaum auf einer universitären Tagung wird so detailliert über Erfahrungen (inklusive aufgetretener Probleme) berichtet und diskutiert. Die fnm-a Tagungen sind für mich - und ich glaube auch für andere Hochschullehrende - zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Erfahrungsaustausches und der Netzwerkarbeit geworden.

In ihrer Keynote berichtet Dr. Gudrun Bachmann vom LernTechNet der Universität Basel über die Erfahrungen aus dem strategischen Gesamtkonzept der Integration von E-Learning in die Hochschule. Der Vortrag war für mich persönlich nicht nur aus strategischer Implementierungssicht hoch interessant, sondern auch aus der gewählten didaktischen Perspektive heraus. Ähnlich wie ich in meinem geplanten neuen Buch "E-Learning Szenarien - EIn Plädoyer für didaktische Vielfalt" geht auch der Baseler Ansatz von der Polarität didaktischer Dimensionen aus. Polarität ist kein kontradiktorischer Widerspruch (z.B. tot-lebendig = entweder das Eine oder das Andere) sondern Pole bilden komplementäre Verhältnisse ab, die nicht nur zusammen gehören und untrennbar sind, sondern vor allem zwischen den Polen Abstufungen haben (z.B. heiß-kalt, dazwischen gibt es auch noch warm, kühl etc.).

Ich muss allerdings gestehen, dass sich der Baseler Ansatz auf Ludwig Duncker, Professor für Erziehungswissenschaft
mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik bezieht; einem Autor, den ich bisher noch nicht rezipiert hatte. Ich werde dies bei Gelegenheit nachholen. - Ich möchte hier auch nicht weiter ins Detail gehen, sondern die Auseinandersetzung mit diesem - mir sehr ähnlichen Ansatz auf später verschieben. Als erste Ressource mag der Artikel Lernen und Didaktik - Bachmann, G., M. Dittler, et al. (2004). Didaktik und Lernen. Uni Nova, Wissenschaftsmagazin der Universität Basel. 98: Nov. 2004:15-17. - dienen.

Aus meiner Sicht weit weniger interessant und spannend war die Keynote von Dr. Norbert Pachler, einem gebürtigen Österreicher, der am Institute of Education an der University of London arbeitet. Er berichtete über (nicht ganz neue) didaktische Konzepte der Ausbildung von Professionals am Beispiel des Master of Teaching, einem Masterstudiengang für LehrerInnen. Sein (in Englisch gehaltener) Vortrag war für mich zu allgemein und ging nicht über die in der Website bereits bereitsgestellten Infos hinaus.

Eigener Vortrag: Die Zukunft des Medida-Prix

Ich selbst hielt in einem der Track ebenfalls einen Vortrag und zwar zu der zukünftigen Perspektive des Medida-Prix, dessen wissenschaftlicher Leiter ich seit September 2006 bin. Nachdem ich die Idee und die vergangenen Schwerpunkt der Preisverleihungen dargestellt hatte, prsäentierte ich zwei alternative Vorschläge:

  • Modell Verstetigung: Statt den Medida-Prix weiterhin als "Preis für die Innovation der Innovation" auszurichten, werden mehrere Kategorien (z.B. Mediendidaktik, E-Learning Strategie, Nachhaltigkeit,...) gebildet, in denen Best Practice Beispiele ausgezeichnet werden. Der Preis wird zu diesem Zweck aufgeteilt (z.B. 5 x 20.000 €) und in den jeweils verschiedenen Kategorien vergeben.
  • Modell Change Agent: Der Medida-Prix wird weiterhin nach der Runde zur Nachhaltigkeit (2000-2003) und der Runde Nachhaltigkeit und Strategie (2004-2007) auf ein zentrales Anliegen gerichtet, wo er einen Kulturumschwung herbeiführen soll. Ich habe dazu "Content Sharing" vorgeschlagen, d.h. der Medida-Prix soll für Initiativen auszeichnen, die zu einem verbesserten Austausch von E-Learning Inhalten beitragen (z.B. Repositorien bzw. Referatorien, Systeme und Werkzeuge zur Anreicherung von Metadaten, Austauschmodelle, Bewegungen für Content Sharing, Entwicklung von Suchalgorithmen, die freien Content aufspüren, Umsetzung und Verbreitung der Creative Commons Lizenz wie z.B. Schaffung einer "Remix"-Lizenz für E-Learning Kurse etc. etc.
In der Diskussion wurde deutlich die zweite Option präferiert. Einige wichtige Anmerkungen gab es:
  • Diese Idee entspricht den Ergebnissen des Strategieprojekt, die das fnm-a zur Nachhaltigen Entwicklung von eLearning Content durchgeführt hat.
  • Es kann natürlich nicht um ein einziges (nationales) Content Repositorium gehen, die Inhalte sollen vielmehr bei den jeweiligen Produzenten bleiben (Referatory) und über Protokolle (wie z.B. das OAI PMH, Protokoll für Metadaten Harvesting) virtuell zusammengestellt werden.
  • Warum nicht auch einen 2. und 3. Preis vergeben?

Ich füge den in Graz vorgestellten Foliensatz - ergänzt um die eine, plötzlich verschwundene Folie ;-) - diesem Beitrag als Anhang bei.

Delegiertenversammlung

Die Veranstaltung wurde durch die Generalversammlung der Delegierten abgeschlossen. Es wurden zwei Stellen im Vorstand nachbesetzt (Prof. Dr. Michael Auer für die Fachhochschulen und Univ.Prof. VIzerektor Dr. Herbert Kalb für die Universitäten). Den beiden ausscheidenden Vorstandsmitgliedern (Prof.Dr. Johann Günther/FH und Univ.Prof.Dr. Roland Mittermeir) wurde für Ihre Arbeit und Engagement mit minutelangen Standing Ovations gedankt.

Es wurde über das fast abgeschlossene Strategie-Projekt berichtet, dessen Egebnisse schon fast alle über das fnm-a Portal frei zugänglich erhältlich sind. Mit einiger Verwunderung wurde der dort publizierte "Disclaimer" moniert, der einen Passus enthält, dass  es sich bis zur Abnahme durch dasbm:bwk nur um eine "vorläufigen Bekanntgabe" handelt. Der Grund liegt - soweit ich das verstanden habe - darin, dass es sich um keine Förderung sondern um einen Projektauftrag gehandelt hat und der Auftragnehmer über alle Rechte der Projektergebnisse verfügt. Dr. Bernd Simon wurde für die Plattform gedankt, die nicht nur sehr informative sondern auch innovative kooperative Arbeitsformen im Wikiformat ermöglicht. Besonders erwähnt wurden die enorm hohen Zugriffszahlen, wovon ein guter Teil auf das stark nachgefragte Rechtsportal, das auch über http://www.elearningrechtsfragen.at erreichbar ist, zurückgeht.

Zusammenfassung

Die Tagung war von den VeranstalterInnen ausgezeichnet organsiert worden. Josef Smolle, der zum 1. Jänner 2006 zum Professor für Medien in der Medizinischen Wissensvermittlung und -verarbeitung berufen wurde (Gratulation!), gelang es sowohl Stadt (Empfang beim Bürgermeister) als auch Land (Empfang beim Landeshauptmann) als auch unzähliche Sponsoren für die Veranstaltung zu gewinnen.



Zukunft des Medida-Prix Zukunft des Medida-Prix
Größe: 5.5 MB - File type application/pdf
Medida-Prix: Quo vadis? Medida-Prix: Quo vadis?
Größe: 71.7 kB - File type application/pdf
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/oesterreichisches-e-learning-familientreffen/tbping

Wissensvampire unter uns?

In zunehmenden Maße bekomme ich Mails, wo irgend jemand - den ich nicht kenne - irgend etwas von mir will. Nein, ich meine nicht damit klassische Spam Mail und auch nicht die 2-3 Fragebogen pro Woche (!), wo ich per Massenmail als Experte um meine Meinung gebeten werde. Diese Fragebögen fülle ich schon seit langem aus zeitlichen Gründen nicht mehr aus - obwohl mir das irgend wie leid tut. Man fühlt sich ja irgendwie der Wissenschaft verpflichtet... Nein, ich beziehe mich in diesem Beitrag auf Mails die individuell versendet und wirklich an mich als Person verschickt werden und - wie ich meine - in unverschämter Weise ohne irgendeine Gegenleistung Wissen (wie Blut) von mir abzapfen wollen.

Da schreibt mir eine Consultant Firma, dass sie sich wundert, warum ich in einem Vortrag mehrmals moodle genannt habe. Ob ich denn nun nicht mehr Ilias (auch) empfehle? Könnte ich der Firma nicht vielleicht ein Update der letzten Entwicklungen seit meinem Evaluationsbuch über Lernplattformen schicken?

Der allgemeine, sozusagen prototypische Fall ist jedoch "social enquiry" von fremden (also nicht von mir betreuten) Studierenden. Sie schreiben derzeit gerade an einem allgemeinen Thema zu E-Learning (z.B. E-Learning in der Medizin) und würden gerne einige Literatutipps bekommen. Es handelt sich dabei um völlig unspezifische Mails, nicht etwa um eine interessante Fragestellung, mit der auch ich mich schon beschäftigt habe und zu der man/frau eine Diskussion wünscht. Nein, es scheint mir vielmehr, dass dies der allererste Rechercheschritt ist. Möglicherweise wird bei mir eine höhere Trefferquote als von google erwartet.

Der bisher frechste (ja, mir fällt kein anderes Wort hier ein) Versuch dabei ging so: "Sehr geehrter Herr Professor! Der Betreuer meiner Diplomarbeit [Name der Diplomarbeit = allgemeines Thema zu E-Learning] hat mich auf das Buch von Ihnen [Name des Buches] verwiesen. Leider ist es derzeit in unserer Bibliothek gerade ausgelehnt worden. Da ich sehr in Zeitnot bin, würde ich Sie bitte mir die Ergebnisse kurz zusammen zu fassen und mir per Mail zuzusenden. Danke im Voraus...."

Selbstverständlich antworte ich immer wieder fremden Studierenden anderer Unis, die nicht von mir betreut werden. Das geht dann aber über das Fachinteresse: "Sehr geehrter Herr Professor! Mir ist aufgefallen, dass bei Ihrem Diagramm im Buch XY ein Inkonsistenz steckt. [Es folgt die Erklärung, worin diese Inkonsistenz nach Meinung des Studierenden bestünde]. Was meinen Sie dazu? Sehe ich das falsch?".

Der allgemeine Fall für eine Antwort, sozusagen der prototypische Fall eines Gedankenaustausch, lässt sich durch Gegenleistung kennzeichnen: "Ich habe das und das erforscht und bin dabei auf die von Ihnen vertretene Meinung gestossen. Wie passt das zusammen? Ich würde dazu gerne Ihre Meinung einholen, Sie natürlich zitieren und - falls es Sie interessiert - Ihnen gerne auch meine fertige Diplomarbeit als PDF zuschicken."

Ich muss zugeben, dass sich mein Verhalten gegenüber den Wissenssaugern schrittweise geändert hat. Anfangs - als frisch gebackener Habilitierter ;-) - habe ich sogar noch geantwortet und mich gefreut, dass ich an fernen Unis rezepiert werde. Mit der Zeit habe ich diese einseitigen Monologe (ich bekam außer einem "Danke" nie eine Gegenleistung) aufgegeben und bin zur Strategie einer kurzen abschlägigen Mail ("Schauen Sie auf meine Homepage") übergegangen. Jetzt mache ich nicht einmal das und klicke bloß auf "Delete". Manche wundert das aber nicht sehr und so schicken sie mir ihre Mails mehrmals, zum Teil auch mit hoher Priorität. - Diese Profs! Schauen die nicht einmal ihre Mails regelmäßig durch?


PS: Ergänzung 24.11.06

Zur Klarstellung - Dieser Beitrag richtet sich natürlich an die falschen Leute! Ich habe diese Meldung nicht zur Abschreckung geschrieben; sondern es war als eher als witziger Kommentar gemeint. Die Leute, die ich meine, lesen nicht mein Weblog, machen sich nicht die Mühe selbständig nach Informationen zu suchen. Wenn Sie diesen Beitrag lesen, dann gehören Sie ja schon per Defintion nicht zu den Wissensvampiren, die ich im Beitrag beschreibe.

Uff, das war notwendig! Ich erhielt nämlich bereits aufgeregte Mail von einigen meiner Studierenden. Offensichtlich wirkt dieser Beitrag negativ und abschreckend. Vielleicht auch etwas überheblich? Das war nicht beabsichtigt - Ist da etwas in diesem Beitrag das - von mir unbewußt und nicht intendiert - diese abschreckende Stimmung transportiert. Bitte um Kommentare!

Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/vampire-unter-uns/tbping

Re:Wissensvampire unter uns?

Kommentar von ckohls am 24.11.2006 15:57

Hallo,

dass viele Nutzer nicht nachdenken bevor sie eine Mail verfassen und falsche Vorstellungen über kostenlose Dienstleistungen pflegen, scheint mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen. Mir fällt auf, dass dies bereits das dritte Aufstöhnen in einem Blog ist:

Zuerst Jochen Robes über Recherchearbeit delegierende Journalisten:
http://www.weiterbildungsblog.de/archives/001073.html

Und vor ein paar Wochen Jay Cross, der es ebenfalls Leid ist, um Zusammenfassungen gebeten zu werden:
http://internettime.com/?p=744

Alle Blogger betonen dabei, dass sie gerne bereit sind, in eine qualifizierte Diskussion einzusteigen oder spezielle Auskünfte zu erteilen. Meine eigenen Erfahrungen zeigen, dass man auf wohlformulierte und durchdachte Anfragen in der Regel auch eine gute Antwort bekommt - auch von hochrangigen und/oder prominenten Wissenschaftlern. Die Nutzung von Experten als intelligente Suchmaschinen sehe ich allerdings auch als Beleidigung (und Resoucenverschwendung!) und kann Ihrem Beitrag daher nur zustimmen.

Re:Wissensvampire unter uns?

Kommentar von mullmann am 10.12.2006 23:33

In Michael KERRES´Blog findet man ebenfalls einen Eintrag zu diesem Thema:

http://mediendidaktik.uni-duisburg-essen.de/node/3193

Gedankensplitter contra bildungstechnologie.net

Mit der Einrichtung eines neuen Communityportal meines Departments auf bildungstechnologie.net muss ich mir natürlich die Rolle meiner persönlichen Hompage "Gedankensplitter" wieder neu überlegen. Es gibt zwar weiter eine Reihe von Beitragsarten, die klar abgegrenzt in eines der beiden Portale gehört, bei einige Typen von Einträgen gibt es jedoch auch Überlappungen.

Alles was stark mit meiner Person zusammenhängt, bleibt natürlich weiterhin auf Gedankensplitter. Also beispielsweise alles was mit meinem Lebenslauf zu tun hat (Publikationen, Fotos, Ehrungen etc.). Umgekehrt gehören inhaltliche Beiträge eher in das Portal des Departments geschrieben. Doch leider gibt es selbst bei diesen beiden scheinbar fixen Kandidaten Abgrenzungsprobleme:

  • Eine (Buch-)Publikation könnte (bzw. sollte!) natürlich auch für die Community von Interesse sein.
  • Es gibt inhaltliche Problemstellungen, die nur mich als Peter Baumgartner betreffen, z.B. Erfahrungen und/oder Probleme mit Macintosh, Apple Software etc. (Ich bin der Einzige, der am Department einen Macintosh benützt.)

Ein ganz besonderes Problem der Abgrenzung stellen die Termine dar: Sehr viele Termine – insbesondere wenn es sich um Auftritte auf Konferenzen, Tagungen oder anderen Arten von öffentlichen Veranstaltungen handelt - sind auch für die bildungstechnologie.net - Community von Interesse. Wichtig hier wäre eine Möglichkeit zu finden, wie solche Einträge auf beiden Portalen mit wenig Aufwand kopiert - und bei Änderungen - synchronisiert werden könnten.

Andere Beiträge - wie z.B.  Meldungen zu meinen speziellen Forschungsgebieten (auch meine Podcasts?) gehören wahrscheinlich eher auf Gedankensplitter. Aber ganz klar ist mir das auch noch nicht. Da muss ich wahrscheinlich ein wenig experimentieren, bis sich eine praktikable - weil konsistente und arbeitsschonende - Vorgangsweise einspielt.

Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/gedankensplitter-contra-bildungstechnologie.net/tbping

LearnTec 2007 - Subjektive Eindrücke

Inhaltliche Aussagen zu der von mir moderierten Sektion E-Learning und Wissensmanagement finden sich in einem Nachrichtenbeitrag auf der Hauptseite meiner Website.


Nach Aussagen von Uwe Beck und Winfried Sommer war die LearnTec 2007 ein riesiger Erfolg. Mit 1.200 TeilnehmerInnen war sie die bestbesuchteste LearnTec überhaupt! Das bisherige Konzept der Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft sei – nach Meinung der beiden Karlsruher Initiatoren - endlich vollständig aufgegangen. Die sorgfältige Auswahl der SektionsleiterInnen, die die jeweiligen Themen unter diesen Gesichtspunkt selbständig gestaltet und zielgenau ReferentInnen dafür eingeladen waren, war die Grundlage für den diesjährigen Erfolg.

Trotzdem habe ich einiges kritisch zu kommentieren…

Vom Kongress mit angehängter Messe…

Tatsächlich war auf der LearnTec 2007 vieles ganz anders als in den früheren Jahren. Als Gewohnheitsmensch wollte ich – wie immer – zum Karlsruher Kongresszentrum fahren, bis mir ein anderer Besucher, mit dem ich das Taxi teilte, darauf aufmerksam machte, dass die LearnTec diesmal auf dem Messegelände außerhalb Karlsruhe stattfindet.

Das war gleich mit einer herben Enttäuschung verbunden: Das Messegelände ist relativ weit draußen und die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist – vorsichtig ausgedrückt – suboptimal. Glücklicherweise haben die VeranstalterInnen ein kostenloses Shuttlebus-Service eingerichtet. Trotzdem: Die Flexibilität war dadurch doch sehr eingeschränkt. Vielleicht war das auch ein Grund warum sich alles auf dem Messegelände konzentrierte. Ein kurzer Ausritt in die Stadt bei einem langweiligen Programmteil war rein logistisch nicht mehr möglich.

Keine Frage: Das Messegelände selbst war nicht nur weit schöner und abwechslungsreicher gestaltet sondern jetzt konnte man/frau erstmals in den systematisch rechteckig angelegten  Kojenanlagen auch alles was gesucht wurde, relativ rasch auffinden. Die improvisiert angelegten Stände, die sich den verwinkelten Räumlichkeiten des Kongressgeländes anpassen mussten, gehören damit der Vergangenheit an.

…zur Messe mit angehängtem Kongress

Der inhaltliche Teil (d.h. die Vorträge) fanden auf der Vorderseite nahe des Eingangs im zweiten Stock statt. Das hatte automatisch zur Folge, dass die Vorträge aus dem Blickfeld geraten sind und das Messegelände allmächtig wurde. Die Folge davon war, dass es keinen zentralen Platz mehr gab, wo TeilnehmerInnen sich ungeplant getroffen haben, wie es noch in der großen Vorhalle des Kongressgebäudes häufig der Fall war. Nun musste man/frau sich ganz gezielt suchen und treffen, was die Telefonanbieter (Handyrechnung) sicherlich sehr gefreut hat.

Auch das gemeinsame Kaffeetrinken in der Pause vor und nach den Hauptvorträgen gehörte der Vergangenheit an. Zwar war das Messegelände insgesamt besser und auch lockerer bzw. angenehmer organisiert – so gab es Kaffeehäuser und Lokale innerhalb der Messe – einen zentraler "Auffangraum" aber gab es nicht mehr.

Besonders störend habe ich es gefunden, dass es keine akustischen und visuellen Hinweise mehr gab, die auf einen gleich beginnenden Hauptvortrag oder auf andere Veranstaltungen hingewiesen haben. Die Messe war dominant, allmächtig und allgegenwärtig. Man/Frau musste sich schon ganz gezielt vorbereiten und Gespräche diszipliniert beenden, um nicht interessante Vorträge zu versäumen. Für die Firmen auf den Messeständen mag dieses neue Setting optimal sein; für jemanden wie mich, der mehr an den inhaltlichen Events interessiert ist, war es eine Erfahrung mit gemischten Gefühlen.

Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/learntec-2007-subjektive-eindruecke/tbping

Re:LearnTec 2007 - Subjektive Eindrücke

Kommentar von dehvo am 26.02.2007 16:07

Nun, wer in erster Linie wegen des Kongresses gekommen war, für den war die Trennung von Kongress und Messe schon in Ordnung. Beim Kaffeetrinken zwischen den Vorträgen traf man dann zielgerichtet, die Personen, mit denen man gerade gemeinsam zugehört hatte und konnte sich besser austauschen.
So hat eben alles seine zwei Seiten.
V. Deh

learning-theories.com

Mehr Werbung als Inhalte

Rob Colston hat mich über meine Kontaktseite auf seinen Website über E-Learning Theorien verwiesen. Der Website learning-theories.com (welch vielversprechender Name!) ist in Form einen Weblogs geführt und enthält eine leider nur sehr eingeschränkt brauchbare Sammlung von Lerntheorien.

Meine Kritiken an diesem Website sind:

  • Die Beiträge stellen bloß die anglo-amerikanische Sichtweise von Lerntheorien dar
  • Die Beiträge sind viel zu kurz gehalten um AnfängerInnen eine erste Orientierung zu geben
  • Vor allem aber enthalten die Beiträge keine weiterführenden Links, so dass der Website auch kein geeigneter Startpunkt für die eigenen Recherchen darstellt.

Besonders ärgerlich jedoch ist es, dass die google-ads allgegenwärtig sind. Die Linkliste im Header ist ein einziger Fake, der einzig und allein der Werbung dient. Alles in allem: Ein Website mit einem gut klingenden Namen und scheinbar interessanten Inhalten, der sich bei näherer Betrachtung jedoch als Mogelpackung herausstellt.

Brauchbarer scheint mir da die Sammlung von Instructional Design Models von Martin Ryder. Noch besser sind die Explorations into Learning and Instruction. Beides ist jedoch ebenfalls stark auf den angelsächsichen Raum zugeschnitten, ein deutsches Kontrastprogramm ist der Werkzeugkasten Didaktik des Zentrums für Didaktik der Uni Jena.



Ich bekomme jetzt zunehmend Probleme mit den verschiedenen Publikationsorganen. Was schreibe ich unter bildungstechnologie.net und was in mein eigenes Weblog? Der obige Artikel war ursprünglich bloß als neutraler Hinweis für die Community gedacht. Beim Schreiben aber entwickelte sich der Beitrag zu einer persönlichen sehr kritischen Sichtweise. Ich habe ihn daher auch in mein Weblog kopiert.

Kategorie(n)
Community Community
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/learning-theories.com/tbping

Reihungskriterien für LehrerInnen

Nicht nur Bildung zählt


Immer wieder hörte ich munkeln, dass die Warteliste für arbeitslose LehrerInnen durch verschiedene Kriterien der jeweiligen Landeschulräte in ihrer Reihung beeinflusst werden kann. Aber niemand wusste da genaues. Nun bin ich durch einen Hinweis von Frau Monika Andraschko vom Education Highway auf solch eine Verordnung gestoßen.

In der 9. Verordnung des Landeschulrats von Oberösterreich vom 28.03.2007 [Verordnung vom 26.04.2007, Sonderbeilage (pdf, 104 kB) wurden zusätzliche Kriterien der Reihung für die Aufnahme von LehrerInnen an öffentlichen allgemeinen bildenden Pflichtschulen (APS) geändert und nun wieder verlautbart. Es finden sich darin Aufstellungen, wie viele Punkte für Qualifizierungsleistungen wie Prüfungsergebnisse, Notendurchschnitt, absolvierte Zusatzausbildungen etc.vergeben werden. Entsprechend der dadurch erhaltenen Punktezahl kann sich die Reihung verbessern bzw. auch in Relation zu anderen KollegInnen verschlechtern.

Man könnte sich daher die Verordnung unter dem Gesichtspunkt der Konkurrenz um den Arbeitsplatz durchlesen. Nach dem Motto: Was muss ich alles tun, um möglichst viele Punkte zu bekommen damit ich für einen Arbeitsplatz die best mögliche Ausgangssituation habe? Entsprechend dieser Betrachtung stellt die Verordnung quasi ein Empfehlungsschreiben dar. Liest man die Verordnung unter diesem Aspekt, dann wird seitens des Landesschulrats von Oberösterreich aber nicht nur empfohlen möglichst gute Noten zu haben und möglichst viele einschlägige Zusatzausbildungen zu absolvieren, sondern unter dem Titel "soziale Lage" wird auch angeregt Kinder auf die Welt zu bringen (50 Punkte, soweit ich das sehe gibt es diesen Bonus aber nur einmal) und seinen Ehegatten in die Arbeitslose zu schicken (ebenfalls 50 Punkte).

Kategorie(n)
Community Community

Das leidige Theore-Praxis Problem


Dieser Beitrag ist sozusagen eine Fussnote zu meinem gestrigen Referat auf der eLSA-Tagung:  Durch den Wunsch neben "alten" Sachen auch etwas ganz Neues vorzutragen, habe ich meinen Vortrag besonders für diejenigen TeilnehmerInnen, für die alles noch neu war - zu sehr mit Informationen überladen. Außerdem glaube ich, dass mein Referat zu wenig auf die Zielgruppe abgestimmt hatte: Es ging bei der eLSA-Tagung (wie bei vielen anderen Fortbildungsveranstaltungen für LehrerInnen) offensichtlich mehr um Basisinformationen und um praktisch einsetzbare Hands-On Beispiele.

Interessanterweise ist das Problem gar nicht trivial. Ich glaube nämlich persönlich, dass für jedes Publikum durchaus auch ein theoretisch Zugang von Bedeutung ist. Da schließe ich mich ganz dem berühmten Spruch des Sozialpsychologen Kurt Lewin an: “There is Nothing So Practical as a Good Theory”. Die Frage ist nur, wie diese theoretischen Zusammenhänge für einen praktischen Zugang nutzbar gemacht werden.

Und hier ist die Schwierigkeit: Ausgehend von einer praktischen Fragestellung (Primat der Praxis! - das hat schon der Erziehungswissenschaftler Erich Weniger aufgezeigt...) müssen die theoretischen Überlegungen fruchtbar gemacht werden. Dazu muss aber (1) die Theorie schon ziemlich weit ausgebaut und in ihren Verästelungen durchdacht sein und müssen (2) eine Reihe von praktischen Anwendungen gezeigt werden, wie die Konsequenzen dazu dann ausschauen.

Ein erstes Fazit dieser provisorischen - noch weiter zu konkretisierenden - Argumentation: Stelle theoretische Überlegungen, die sich noch im status nacendi befinden, nur in ganz besonderen Ausnahmefällen vor (z.B. einem Publikum, das solche unfertigen Überlegungen erwartet bzw. in theoretischen Fragestellungen geübt ist wie z.B. TeilnehmerInnen eines Forschungskolloqiums.).

E-Learning und Kommunikation E-Learning und Kommunikation
Größe: 1.1 MB - File type application/pdf
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/das-leidige-theore-praxis-problem/tbping

Re:Das leidige Theore-Praxis Problem

Kommentar von erihum am 31.08.2007 16:51

"Stelle theoretische Überlegungen, die sich noch im status nacendi befinden, nur in ganz besonderen Ausnahmefällen vor"
NEIN... Die theoretischen Überlegungen im status nascendi gewinnen sehr oft gerade durch das Präsentieren vor einer scheinbar nicht ganz passenden Zielgruppe. Scheinbar!! nicht ganz passenden. Die TN der eLSA Tagung wurden durch ihren Vortrag sehr zu weiterfürhenden Diskussionen angeregt. Und wenn nur 10% der Zuhörer dazu angergegt werden,sich mit ihren Theorien auseinaderzusetzen, hat der Vortrag etwas Wichtiges bewirkt. Ich war jedenfalls begeistert.
lg eh

Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Oder: Wie versucht wird der Wahrheit auszuweichen...

Im Internet (z.B. Google-Suche) kursiert eine Weisheit die angeblich von Dakota-Indianer stammen soll: "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!". Gemeint ist damit, dass wir der Realität ins Auge schauen müssen. Tatsächlich aber finden wir eine ganze Reihe von scheinbar rationellen Gründen, warum wir dies nicht tun. Als ich die nachfolgende Auflistung zum ersten Mal sah, musste ich herzlich lachen. Kommen auch Ihnen/Euch die nachfolgenden Sprüche in ihrer Projektarbeit, Organisation etc. bekannt vor?

Zitiert aus: http://www.kik-seminare.at/weisheit.htm



1
Man besorgt eine stärkere Peitsche.
2
Man wechselt den Reiter.
3
Man sagt: "So haben wir das Pferd doch immer geritten. Warum klappt das nicht mehr?"
4
Man gründet eine Projektgruppe, um zu analysieren, was mit dem toten Pferd los ist.
5
Man besucht anderer Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
6
Man erhöht die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
7
Man schiebt eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
8
Man stellt Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
9
Man ändert die Kriterien, die festlegen, wann ein Pferd tot ist.
10
Man kauft Leute von außerhalb ein, damit sie das tote Pferd reiten.
11
Man schirrt mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
12
Man macht eine Studie, um zu sehen, ob das Pferd wirklich tot ist.
13
Man kauft etwas, das tote Pferde schneller laufen lässt.
14
Man erklärt: "Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte!"
15
Man macht zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
16
Man richtet eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
17
Man überarbeitet die Leistungsbedingungen für tote Pferde.
18
Man erklärt, dass ein Pferd sowieso "besser, schneller und billiger" ist, wenn es tot ist.
19
Man strukturiert um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
20
Man präsentiert PowerPoint-Folien was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
21
Man bringt das tote Pferd unter einem zugkräftigen Namen an die Börse.
22
Man stellt fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklärt dies zum Normalzustand.

Wer kann/will diese Liste aus seinem eigenen Erfahrungsschatz ergänzen?
Kategorie(n)
Community Community
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/wenn-du-entdeckst-dass-du-ein-totes-pferd-reitest-steig-ab/tbping

Re:Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Kommentar von Mara am 03.09.2008 23:51

Man sucht nach Anreizen, denen auch tote Pferde nicht widerstehen können.
Man lernt sich so langsam zu bewegen, dass es nicht auffällt, dass das tote Pferd sich noch weniger bewegt.
Man parfümiert sich mit Aasgeruch, damit das tote Pferd kein schlechts Gewissen wegen seines Geruches bekommen muss.
Man schwärmt vom Reiten auf toten Pferden so lange, bis alle Welt nur noch auf toten Pferden reiten will.

Reminiszensen: Theo Bastiaens wird geehrt

Akademische Feier an der Open Universiteit Nederland in Herleen

Referat zu OER
Referat von Theo Bastiaens
Unter den Talaren...
Geschenke auch für mich

Der nachfolgende Beitrag ist eine Reminszens (Merriam-Webster Online: 2 a : recall to mind of a long-forgotten experience or fact b : the process or practice of thinking or telling about past experiences; 3 a : a remembered experience b : an account of a memorable experience -- often used in plural): Mein ehemaliger Kollege und Freund, Prof. Theo Bastiaens wurde am 25. Mai an der Open Universiteit Nederland in Herleen geehrt und im Rahmen einer akademischen Feier – zusätzlich zu seiner Professur an der FernUniversität in Hagen – auch in Herleen in den Professorenstand gehoben. Mein damaliger Vortrag, den ich zu seinen Ehren hielt, fiel in die Zeit des Stillschweigens meines Weblogs während der  Konflikte der Donau-Universität Krems, über die ich an anderer Stelle bereits berichtet hatte.

Das für mich besonders erinnerungswürdige Ereignis war aber weniger mein Vortrag selbst, der zu "Didactical Aspects of Open Content" ging und in einer für mich sehr bewegten Zeit stattfand, sondern die niederländische Tradition akademische Feiern in Talaren zu begehen. In Deutschland und Österreich ist diese Brauch nach den Studentenprotesten der 68-Jahren und dem sich daraus erkämpften Universitätsgesetz 1975, wo alle Gremien von ProfessorInnen, Mittelbau und Studierende paritätisch besetzt wurden, verpönt. Noch heute erinnern sich viele noch an das skandierte Motto dieser Jahre: "Unter den Talaren – der Mief von 1000 Jahren". Wer hätte gedacht, dass ich selbst einmal einen Aufzug mit Talar mitgestalten würde!

Für die Niederländer – so wurde mir immer wieder eifrig versichert, offensichtlich um die in deutschen Sprachraum verpönten Sitte zu rechtfertigen – stellen akademische Feiern in Talaren ein Art spaßige Verkleidung dar. Und ich muss ehrlich sagen: Heute sehe ich darin auch keine besonders zu kritisierende Veranstaltungsform mehr. Selbst nach Herleen kann ich mich noch in den Spiegel schauen ;-) Nachahmungswert habe ich empfunden, dass Theos Vortrag, der übrigens ganz bewusst in Niederländisch gehalten wurde, von der Universität auch als eigene Festschrift publiziert worden ist. Nach der Feier gab es ein gemeinsames Abendessen mit der Familie und den Freunden von Theo in einer angenehmen Atmosphäre. Fast rührend war es für mich, dass ich einige meiner ehemaligen MitarbeiterInnen aus Hagen beim Festakt und dem anschließenden Essen seit langer Zeit wieder gesehen habe.

Übrigens sind auf den Bild mit den Professoren (alles Männer!) in den Talaren in der erste Reihe Theo Bastiaens selbst, ich und an vierter Position Helmut Niegemann zu sehen. Ganz rechts im Bild die Frau und Tochter von Theo Bastiaens.

Slides: Didactical Aspects of OER Slides: Didactical Aspects of OER
Größe: 1.5 MB - File type application/pdf
Die URL für den Trackback dieses Eintrags lautet:
http://www.peter.baumgartner.name/weblog/reminiszensen-theo-bastiaens-wird-geehrt/tbping

Scribd und iPaper

Ein Dokumentenbetrachter für das Web

Heute bin ich Zuge meiner Recherchen für wissenschaftlich.arbeiten.buch auf Scribd und iPaper gestoßen: Scribd ist eine Web2.0-Plattform zum Sammeln, Archivieren und Austauschen von Dokumenten jeder Art. iPaper ist das ihr zu Grunde liegende zentrale Werkzeug: ein auf Adobe Flash basierender Dokumentenbetrachter, der praktisch alle Formate für das Web schnell, einfach und mit vielen angenehmen Funktionen zugänglich macht. Sowohl die Services auf der Plattform als auch iPaper sind kostenlos und frei zugänglich.

Eine erste Idee der Leistungsfähigkeit von iPaper gibt der folgende Video.


Plattformübergreifendes Austauschformat

Scribd bzw. iPaper unterstützen die folgenden Formate:

  • Adobe PDF (.pdf)
  • Adobe PostScript (.ps)
  • Microsoft Word (.doc)
  • Microsoft PowerPoint (.ppt, .pps)
  • Microsoft Excel (.xls)
  • OpenOffice Text Document (.odt, .sxw)
  • OpenOffice Presentation Document (.odp, .sxi)
  • OpenOffice Spreadsheet (.ods, .sxc)
  • All OpenDocument formats
  • Plain text (.txt)
  • Rich text format (.rtf)

Plattformübergreifendes Austauschformat

Scribd und iPaper verwenden also ein plattformübergreifendes Austauschformat. Sie brauchen sich weder darum kümmern, ob Sie die entsprechende Software (Adobe Reader, MS Word etc.) auf ihrem Rechner installiert, noch ob sie auch über die entsprechenden Schriften zur Darstellung verfügen.

Funktionen von iPaper

mit iPaper können Dokumente in drei Formaten dargestellt werden:

  • Liste: Bei dieser Ansicht kann im Dokumenten an Hand des Scrollbars navigiert werden, der auch die gerade aktuelle Seite anzeigt. Wird mit der Maus auf das Dokument geklickt entsteht eine Faust, die das Dokument nach oben und unten verschieben kann.
  • Buch: Hier werden zwei Seiten nebeneinander dargestellt und wie bei einem Buch mit einer netten Animation "umgeblättert". (Das nachfolgende Beispiel ist im Buchformat, das allerdings erst beim ersten Umblättern (Seite 2/3) sichtbar wird.
  • Ziegel: Hier werden kleine Bilder der Seiten angezeigt. Durch einen Mausklick kann die entsprechende Seite direkt angesprungen werden.
Scribd Steuerleiste

Integration von iPaper

Es gibt mehrere Möglichkeiten iPaper in die entsprechende Website zu integrieren:

  1. Die einfachste Möglichkeiten ist es, wenn zuerst die Datei vorher auf Scribd hinauf geladen wird und dann das entsprechende JavaScript Code-Snippet (embed-Tag) in die betreffende Webseite eingebaut wird. Scrbd bietet hier zwei Versionen an: Eine die ihre Breite dem Browser anpasst und eine etwas komplexere Variante, wo Breite, Höhe und noch anderen Standardwerte eingestellt werden können.
  2. Soll jedoch nicht nur in Einzelfällen sondern häufiger mit iPaper gearbeitet werden, dann empfiehlt es sich einen Entwickleraccount anzulegen und QuickSwitch zu verwenden. Es werden dabei ganz automatisch alle Dateien meiner Website für iPaper in Scribd geladen, konvertiert und für die Präsentation auf meiner Website vorbereitet. Das geschieht alles im Hintergrund ohne User Interaction oder mühevolles Hinaufladen einzelner Dokumente. - So wird es zumindest beschrieben; ich bin gespannt ob das auch wirklich funktioniert: Heute habe ich die entsprechenden Einstellungen vorgenommen und nun gilt es zu warten…

    [Testweise habe ich mal die Version mit der Google-Werbung zwischen den Seiten verwendet -> siehe dieses Beispiel. Ich will mal sehen, wie das funktioniert, ob sich hier wirklich etwas verdienen lässt ;-) - Auch mit dem Einbau des LibraryThing Portlets - wo die Buchcover ja direkt zu Amazon verweisen, habe ich mir schon mal überlegt, ob ich mich da am Amazon Partnerprogramm beteiligen soll. Was ist Ihre Meinung bzw. Ihr Kommentar zu diesen Überlegungen?]

  3. Die professionelle Nutzung ist natürlich nur mit der direkten Programmierung der API Schnittstelle möglich - aber das ist außerhalb meiner programmtechnischen Reichweite und Kompetenzen. Gerade aber diese API war es, über die ich heute (bzw. gestern) überhaupt erst auf iPaper aufmerksam geworden bin: Beim Testen der neuen Open source Publishing Plattform Omeka, die u.a. vom Center for History and New Media (CHNM) – das ist jenes Institut, das auch Zotero entwickelt - bin ich auf eine Plug-In Erweiterung für iPaper gestoßen.

Das nachfolgende Beispiel einer druckreifen PDF-Vorlage, die als Beilage der bekannten österreichischen Computerzeitschrift CD-Austria erschienen ist, wurde händisch (Version 1) erstellt.

Lesen Sie dieses Dokument direkt in Scribd: e-learning Grundlagen
« September 2010 »
Mo Tu We Th Fr Sa Su
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30      
Die jüngsten Kommentare
Re:Den Faden wieder aufnehmen reinmann 27.07.2010
Re:Marillenblüte in der Wachau lillimarilli 03.04.2010
Re:Cyberdemonstration Sofiechen 27.01.2010
Re:GLL-07: Wozu Akteur-Netzwerk-Theorie? Vohle 13.12.2009
Re:Forschungsexzellenz als soziale Konstruktion baumgartner 10.12.2009
 

Für Mikrokredite über Kiva können Sie hier Ihr Logo verlinken.

Taschen, Rucksäcke und Schulranzen