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30.09.2007
Hast Du schon "gedoodled"?Doodle: Ein praktisches Online-Werkzeug zur Koordinierung von TerminenKennen Sie das Problem? Sie senden Terminvorschläge an ihre Arbeits- bzw. Projektgruppe. Wenn Sie Glück haben, dann bekommen sie von der Mehrheit der Gruppe recht schnell Antworten. Abgesehen davon, dass Sie mit Mails überhäuft werden, bleibt es häufig undurchsichtig, welcher der nun vorgeschlagenen Termine der Beste wäre. Die einen können bei ersten Terminvorschlag nicht, der dritte ist zwar machbar, am Besten wäre aber der zweite. Bei anderen ist es gerade umgekehrt. Diese und andere Probleme können Sie mit dem kostenlosen Online-Umfragewerkzeug Doodle lösen. Doodle kann aber noch vieles mehr: Sie können das Werkzeug auch für anderen Arten von Umfragen (z.B. zur Auswahl eines Restaurants aus einer Liste, oder eines Tagungsortes, eines Logos etc.) verwenden. Das Schöne daran ist, dass die TeilnehmerInnen den Stand der Umfrage mitverfolgen können und ihre Präferenzen entsprechend abändern können. Wenn ich sehe, dass meine Terminpräferenz keine Chance hat eine Mehrheit zu gewinnen, so kann ich sie auf einen Termin abändern, der zwar nicht ganz so günstig ist für mich, wo ich aber - trotz einiger Unannehmlichkeiten – immerhin immer noch teilnehmen könnte. – Das ist aus meiner Erfahrung besonders hilfreich bei den häufig emotional geführten Logo-Diskussionen, die nicht selten zu Pattstellungen führen und gleich zu Beginn von Projekten unnötige Energien verschwenden ;-) Mit Doodle können Sie als Administrator (die Person, die die Umfrage begonnen hat) auch die Geschichte des Verlaufs der Entscheidung verfolgen. Wenn Sie die admin-URL auch den anderen TeilnehmerInnen einer gleichberechtigten Arbeitsgruppe zur Verfügung stellen, so kann dies jeder tun. Das Ergebnis lässt sich fein säuberlich als Excel-Datei herunter laden und ist gleichzeitig eine Dokumentation der Entscheidung: Wer hat für was gestimmt. Ein Vorteil ist nicht nur die Übersichtlichkeit des Ergebnisse auch während des Auswahlprozesses sondern auch die Vermeidung von Mails. Zwar ist es vorstellbar, dass jemand die Hauptverantwortung der Terminkoordination übernimmt. Das bedeutet, dass jeder seine möglichen Termine nur an diese eine Person sendet. Meistens werden aber diese Mails immer an die ganze beteiligte Gruppe gesendet. Doodle verhindert den unangenehmen Push-Charakter der Umfrage (Weil die Mails zu einem Zeitpunkt kommen, den ich nicht bestimmten kann, bin ich mit dieser Terminabfrage zu Zeitpunkten beschäftigt, die ich nicht selbst steuern kann.) und wandelt ihn in einem Pull-Prozess um (d.h. ich wähle selbst den Zeitpunkt, wann ich mich mit diesem Problem beschäftigen will, indem ich auf die Umfrage URL gehe und meinen Eintrag mache, bzw. nachschaue, wie der aktuelle Stand aussieht.) Ich habe diesen Hinweis im Rahmen des GMW-Vorstandes – als wir im Nachklang der Tagung in Hamburg einen gemeinsamen Termin suchten - kennen gelernt. Ursprünglich wollte ich den Hinweis zu diesem Werkzeug auf unsere Plattform des Departments bildungstechnologie.net stellten. Peinlich: Dort gab es bereits dazu einen Artikel zu Doodle! Man (ich!) sollte die eigenen Webauftritte ständig und regelmäßig mitverfolgen.... (Dieser Beitrag ist aber keine Doppelung, sondern eine inhaltliche Ergänzung mit anders gelagerten Überlegungen zu Doodle.)
Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!Oder: Wie versucht wird der Wahrheit auszuweichen...Im Internet (z.B. Google-Suche) kursiert eine Weisheit die angeblich von Dakota-Indianer stammen soll: "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!". Gemeint ist damit, dass wir der Realität ins Auge schauen müssen. Tatsächlich aber finden wir eine ganze Reihe von scheinbar rationellen Gründen, warum wir dies nicht tun. Als ich die nachfolgende Auflistung zum ersten Mal sah, musste ich herzlich lachen. Kommen auch Ihnen/Euch die nachfolgenden Sprüche in ihrer Projektarbeit, Organisation etc. bekannt vor? Zitiert aus: http://www.kik-seminare.at/weisheit.htm
Wer kann/will diese Liste aus seinem eigenen Erfahrungsschatz ergänzen?
Didaktische Dimensionen und Blended Learning StrukturmodelleAm 6.9.2007 hielt ich auf Einladung des E-Learning Zentrums der TU-Wien ein Referat " Blended Learning
ist sauteuer, aber es wirkt." In diesem Referat stellt ich zum ersten
Mal meine theoretischen Überlegungen zur Mikro-, Meso und Makrodidaktik
vor. Meiner Ansicht nach muss Mikrodidaktik auf Kommunikationstheorie
und Semiotik aufbauen, während sich die Mesodidaktik durch den Begriff "Didaktisches Szenario"
- mit dem ich mich schwerpunktmäßig die letzten Monate beschäftigt habe
– wesentlich charakterisieren lässt. Ich stellte in diesem Vortrag auch zum ersten Mal die vollständige Liste der über den Sommer entwickelten 12 didaktischen Dimensionen (Prinzipien) vor (siehe beiliegenden Foliensatz: Folie 18-21). Diese Dimensionen habe ich einerseits durch ausführliches Literaturstudium sowie durch eine Abstraktion des von Karl-Heinz Flechsig inspirierten didaktischen Kategorialmodells (vgl. Folie 8 genommen aus: Flechsig, K.-H. (1983). Der Göttinger Katalog Didaktischer Modelle - Theoretische und methodologische Grundlagen. Göttingen, Zentrum für didaktische Studien e.V. Die theoretischen Grundlagen und damit diese Grafik sind leider nicht online im Original verfügbar.) abgeleitet. Meine zufälligerweise ebenfalls 12 didaktischen Dimensionen haben jedoch nichts mit den 12 Deskriptoren zu tun, mit denen Flechsig seine 20 didaktischen Modelle im Kleinen Handbuch der Didaktischen Modelle beschreibt. Eine zusammenhängende schriftliche Darstellung meiner diesbezüglichen Überlegungen ist derzeit noch nicht publiziert und soll den Hauptteil meines geplantes Buches "E-Learning Szenarien - Ein Plädoyer für didaktische Vielfalt" ausmachen, das wegen anderer dringlicher Arbeiten sicherlich nicht vor Herbst 2008 erscheinen wird (hoffentlich schaffe ich zumindest diesen Termin!) Ein anderer neuer Gesichtspunkt in meinem Referat waren Überlegungen zu Strukturmodellen von Blended Learning Szenarien: Der wesentliche neue Gedanke dabei ist, dass das Mischungsverhältnis von Präsenz- zu (betreuten) Online-Phasen nicht nur vom Inhalt des Moduls sondern ganz generell auch vom angepeilten Lernziel (dem intendierten kognitiven Prozess der Lernenden) abhängt (Folie 26). Aus dem Zusammenspiel zwischen Inhalt und kognitiven Prozess ergeben sich 6 unterschiedliche Verteilungsmodi oder Strukturvarianten.
Reminiszensen: Theo Bastiaens wird geehrtAkademische Feier an der Open Universiteit Nederland in HerleenDer nachfolgende Beitrag ist eine Reminszens (Merriam-Webster Online: 2 a : recall to mind of a long-forgotten experience or fact b : the process or practice of thinking or telling about past experiences; 3 a : a remembered experience b : an account of a memorable experience -- often used in plural): Mein ehemaliger Kollege und Freund, Prof. Theo Bastiaens wurde am 25. Mai an der Open Universiteit Nederland in Herleen geehrt und im Rahmen einer akademischen Feier – zusätzlich zu seiner Professur an der FernUniversität in Hagen – auch in Herleen in den Professorenstand gehoben. Mein damaliger Vortrag, den ich zu seinen Ehren hielt, fiel in die Zeit des Stillschweigens meines Weblogs während der Konflikte der Donau-Universität Krems, über die ich an anderer Stelle bereits berichtet hatte. Das für mich besonders erinnerungswürdige Ereignis war aber weniger mein Vortrag selbst, der zu "Didactical Aspects of Open Content" ging und in einer für mich sehr bewegten Zeit stattfand, sondern die niederländische Tradition akademische Feiern in Talaren zu begehen. In Deutschland und Österreich ist diese Brauch nach den Studentenprotesten der 68-Jahren und dem sich daraus erkämpften Universitätsgesetz 1975, wo alle Gremien von ProfessorInnen, Mittelbau und Studierende paritätisch besetzt wurden, verpönt. Noch heute erinnern sich viele noch an das skandierte Motto dieser Jahre: "Unter den Talaren – der Mief von 1000 Jahren". Wer hätte gedacht, dass ich selbst einmal einen Aufzug mit Talar mitgestalten würde! Für die Niederländer – so wurde mir immer wieder eifrig versichert, offensichtlich um die in deutschen Sprachraum verpönten Sitte zu rechtfertigen – stellen akademische Feiern in Talaren ein Art spaßige Verkleidung dar. Und ich muss ehrlich sagen: Heute sehe ich darin auch keine besonders zu kritisierende Veranstaltungsform mehr. Selbst nach Herleen kann ich mich noch in den Spiegel schauen ;-) Nachahmungswert habe ich empfunden, dass Theos Vortrag, der übrigens ganz bewusst in Niederländisch gehalten wurde, von der Universität auch als eigene Festschrift publiziert worden ist. Nach der Feier gab es ein gemeinsames Abendessen mit der Familie und den Freunden von Theo in einer angenehmen Atmosphäre. Fast rührend war es für mich, dass ich einige meiner ehemaligen MitarbeiterInnen aus Hagen beim Festakt und dem anschließenden Essen seit langer Zeit wieder gesehen habe. Übrigens sind auf den Bild mit den Professoren (alles Männer!) in den Talaren in der erste Reihe Theo Bastiaens selbst, ich und an vierter Position Helmut Niegemann zu sehen. Ganz rechts im Bild die Frau und Tochter von Theo Bastiaens.
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Man sucht nach Anreizen, denen auch tote Pferde nicht widerstehen können.
Man lernt sich so langsam zu bewegen, dass es nicht auffällt, dass das tote Pferd sich noch weniger bewegt.
Man parfümiert sich mit Aasgeruch, damit das tote Pferd kein schlechts Gewissen wegen seines Geruches bekommen muss.
Man schwärmt vom Reiten auf toten Pferden so lange, bis alle Welt nur noch auf toten Pferden reiten will.