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Evaluation mediengestützten Lernens. Theorie - Logik - Modelle

Baumgartner, P. (1999). Evaluation mediengestützten Lernens. Theorie - Logik - Modelle. In: Projektevaluation in der Lehre - Multimedia an Hochschulen zeigt Profil(e). M. Kindt. Münster, Waxmann. 7: 61-97.

In diesem Beitrag möchte ich zwei Fragestellungen beantworten:
  1. Was genau ist unter einer Evaluation des Lernens zu verstehen? und
  2. Worin bestehen die Spezifika einer Evaluation mediengestützten Lernens?
Ich beschäfftige mich dabei relativ ausführlich mit Definitions- und Abgrenzungsfragen. Dabei geht es mir nicht in erster Linie darum, eine operationale, möglichst umfassende theoretische Definition zu geben. Obwohl sich dies auch – sozusagen als ein praktisches Nebenprodukt meiner Überlegungen – ergeben wird. Vielmehr möchte ich zeigen, daß ein bestimmtes Verständnis von Evaluation und von Lernen ganz entscheidend dafür ist, wie eine Evaluation des Lernens betrieben wird.

Jede bestimmte theoretische Sichtweise hat zahlreiche und – wie ich zeigen werde – deutlich unterschiedliche Auswirkungen auf den Forschungsprozeß (relevante Fragestellung zur Evaluationsforschung) aber auch auf das Forschungshandeln (angewandte bzw. verfolgte Methodik) selbst. So hat eine bestimmte Charakterisierung von Evaluation Einfluß auf
  • die relevanten Themen und theoretischen Fragestellungen (in meiner Sichtweise z.B. vermehrte Bedeutung philosophischer Fragestellungen wie Ethik und Werttheorie gegenüber der oft vorherrschenden sozialwissenschaftlichen Methodenlehre);
  • die notwendigen Qualifikationen und damit auf die Gewichtung der Themen in der Ausbildung von EvaluatorInnen (in meiner Sichtweise z.B. verstärkte Beachtung von Interventionsstrategien gegenüber abstrakt-theoretischer wissenschaftlicher Analyseverfahren);
  • die Art und Weise wie Daten produziert werden, wer bei der Datenproduktion einbezogen wird, wie und an wen über die Ergebnisse berichtet wird (in meiner Sichtweise nicht bloß ein Bericht an das Management, sondern Einbeziehung der „Betroffenen“ und der „Konsumenten“);
  • jene Kriterien, die selbst wiederum auf die Beurteilung der durchgeführten Evaluation angewendet werden (sogenannte Meta-Evaluation).
Meiner Ansicht nach müssen vorerst grundsätzliche erkenntnistheoretische Fragestellungen geklärt werden, erst dann können verschiedene Evaluationsansätze in ihrer Sinnhaftigkeit beurteilt und die dabei auftretenden methodischen Probleme zu lösen versucht werden. Darauf aufbauend werde ich auf die spezifische Fragestellung dieses Artikels – Evaluation mediengestützten, Lernens – näher eingehen.


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