Kooperatives Brainstorming mit MindMeister
MindMeister ist ein Werkzeug für die (kooperative) Erstellung von Mindmaps. Es kann sowohl im Internet als auch (in der kostenpflichtigen Version) lokal benutzt werden. Durch eine Reihe von Web 2.0 Features stellt es meiner Ansicht nach eine äußerst gelungene und innovative Entwicklung dar.
Wie funktioniert MindMeister?
Was mich besonders an MindMeister fasziniert ist die kompromisslose
Umsetzung von Web 2.0 Möglichkeiten. Ich fahre ja schon seit einiger
Zeit landauf und landab und werbe für die neuen didaktischen
Möglichkeiten der Web 2.0 Technologien für E-Learning. Aber ich muss
gestehen, dass ich bei MindMeister gleich mehrmals vor Überraschung
bzw. Begeisterung in die Hände geklatscht habe. Offensichtlich habe ich
da technologisch noch nicht alles verstanden, insbesondere was die
Möglichkeiten von AJAX betrifft. Ich vermute zumindest, dass es mit AJAX zusammenhängt (siehe auch das AJAX Einführungstutorial von w3schools,
wo sich eine sogar für mich recht verständliche programmtechnische
Einführung findet). Nur so ist es für mich erklärbar, dass LeserInnen
dieser Seite mit der nachfolgenden Grafik praktisch unmittelbar also
mit sehr schnellen Reaktionszeiten interagieren können.
- Klicken Sie z.B. auf die +Lupe um das Mindmap zu vergrößern,
- Klicken Sie auf die Mindmap und verschieben Sie die Grafik bei gedrückter Maustaste
- Klicken Sie auf die - Symbole bei den Ästen um die Darstellung zusammen zu klappen
- Halten
Sie den Mauszeiger auf die Symbole rechts innerhalb der zentralen Idee
"Wikipedia Fact Sheet". Die ersten beiden funktionieren (Anzeigen
meiner Notiz und einer damit verknüpften Internet Adresse. Die beiden
anderen – das kleine Häkchen (Status der Aufgabe) und die Büroklammer
(angehängte PDF-Datei) – zeigen nichts an. Entweder habe ich da irgend
was falsch gemacht, oder es ist ein Fehler der Software.
Neben der direkten Einbettung in Webseiten kann auf die Mindmap mit einen Link über E-Mail oder auf einer Website eingebunden (wie hier) verwiesen werden. Alle Optionen können auch mit einem Passwort versehen werden.
Die Mindmap lässt beim Erstellen – ebenfalls unter Verwendung von AJAX
– sehr leicht positionieren. Man braucht bei der Erstellung nur einen Ast anzuklicken und
auf die neue Position verschieben. Oder auf die Stelle, wo man den Ast haben will, doppelt zu klicken.
Besonders interessant ist es natürlich, dass über das Internet bei
der
Erstellung der Mindmap kooperiert werden kann. Dazu wird eine Einladung
verschickt. Es kann dabei festgelegt werden, ob die Einladung nur zum
Ansehen oder auch Mitarbeiten bzw. Verändern berechtigt. Etwa 3
Sekunden nachdem meine Frau nach der Eingabe
die Bestätigungstaste gedrückt hat, erschien bei mir bereits die
Änderung. Oder falls man asynchron arbeitet, kann man/frau sich über
E-Mail oder über SMS via Twitter verständigen lassen.
Weitere Funktionen
Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer wichtiger Funktionen. Einige
davon sind allerdings nicht gratis sondern nur im Premium Modus (3,21
€/Monat) erhältlich (siehe dazu genauer die Vergleichstabelle der Funktionen bei unterschiedlichen Versionen.)
- Sie können Mindmaps aus MindMeister natürlich ausdrucken, aber auch in PDF oder RTF Format abspeichern.
- So können Mindmaps aus MindJet MindManager (ab Version 6) und FreeMind (ab Version 0.9) importiert (frei) bzw. exportiert (Premium) werden.
- Anhängen von Dateien (Premium)
- Eine Bearbeitung der Mindmaps ist in der Premium Variante auch offline möglich. MindMeister verwendet dazu das noch im Experimentierstadium befindliche Google Gears, eine gewisse Vorsicht ist also geboten. Bei mir hat alles bisher jedoch Bestens funktioniert; man/frau darf nur nicht vergessen, die im Cache noch gespeicherte (Web)Seite (bzw. lokale Seite) zu löschen.
- Geistesblitz: Darunter wird die Möglichkeit verstanden, ganz schnell von verschiedenen Orten aus seine Ideen auf MindMeister zu übertragen. Es können entweder kleine Zusätze der Benutzeroberfläche (Widgets bzw. Gadgets) für Mac OS X, Windows Vista, Yahoo!, iGoogle und iPhone bzw. Browserzusätze (Plugins) für Firefox 2.x bzw. Internet Explorer 7/8 installiert werden. Für unterwegs bietet MindMeister an die Ideen über Handy per E-Mail (z.B. mit Blackberry bzw. SMS (über einen Twitter Account) an MindMeister zu schicken. Das ist offensichtlich für die ganz Eiligen (oder Super-Kreativen) gedacht; ich werde wahrscheinlich weiterhin Papier als "Zwischenablage" verwenden, bis ich wieder einen "normalen" Internet Zugang habe.
Zusammenfassung
Alles in allem ein sehr ausgeklügeltes Werkzeug und vor allem relativ leicht zu bedienen. Es lässt sich sofort damit die erste Mindmap erstellen, die Bedienung ist recht intuitiv. Die Hilfe ist einfach und verständlich aufgebaut. Einigen deutschsprachige AnwenderInnen fehlt vielleicht noch die deutsche Lokalisierung. Aber ich vermute, die wird nicht lange auf sich warten lassen. Wie es sich für Web 2.0 Anwendungen gehört, können die Mindmaps mit Tags versehen werden. Ein öffentlicher Webspace und ein User Forum runden das Angebot ab.
Um alle Funktionen einmal durchzutesten, habe ich ca. 3 Stunden gebraucht. Für die obige Mindmap hatte ich bereits eine Papiervorlage. Sie in MindMeister zu übertragen hat mich etwas über eine Stunde gekostet. Dabei habe ich dann - wie es ja der Sinn von Mindmaps ist - aber auch gleich Ergänzungen und Änderungen vorgenommen!
Ein recht guter Überlick über aktuelle Mindmap Software findet sich übrigens bei: Needleman, R., 2008. Map your mind 2.0. Webware – Webware : Cool Web apps for everyone - CNET. http://news.cnet.com/8301-17939_109-9934898-2.html [Zugegriffen August 6, 2008].

