E-Portfolios
Vorwort II
Ravet, S. (2006). Foreword. In: Handbook of Research on ePortfolios. Hrsg.: A. Jafari und C. Kaufman. Hershey-London-Melbounre-Singapore, IDEA Group Reference. xxix-xxxii.
Serge Ravet ist Geschäftsführer des in Frankreich angesiedelten European Institute for e-Learning (EIfEL). In seinem Vorwort betont er, dass die für 2010 proklamierte Ziel "ePortfolio for all" als eine qualitative Kampagne zu verstehen ist. Das Ziel wird wahrscheinlich quantitativ nicht erreicht werden. Aber darum geht es auch gar nicht. Die Idee ist vielmehr dass Ziel zu forcieren, dass alle die ein E-Portfolio wollen auch eines führen können, d.h. dass alle europäischen Bürger das Recht haben sollen, ein E-Portfolio zu führen.
The ePortfolio for all campaign is a catalyst for change. It is about quality not quantity. (xxix)
Für ihn sind E-Portfolios ein organischer Link zwischen dem lernenden Bürger, der lernenden Organisation und dem lernenden Territorium [Über den Begriff des "learning territory" bin ich in Zusammenhang mit E-Portfolio schon öfters in zwei Versionen gestolpert. Einerseits ist eher ganz allgemein "learning space" gemeint, learnint territory hat damit eine Bedeutung, mit den - für DidakterInnen bereits bekannten – Begriffen des Lernraums, oder auch de Lernumgebung verwandt sind (siehe z.B. den Website und das Blog von Joseph Mendrzycki. Wirklich interessant und neu hingegen finde ich die Bedeutung, die auf regionale Bildungspolitik abzielt, die unter anderem (!) mit E-Learning bzw. Informations- und Kommunikationstechnik umgesetzt wird. Diese zweite Bedeutung hat Serge Ravet im Sinn. - Diesen Link vom lernenden Individuum (auf das wir uns fälschlicherweise meist immer konzentrieren) über die lernende Organisation (Damit habe ich mich seinerzeit am Institut für Organisation und Lernen in Innsbruck bereits auseinandergesetzt. Genannt seien die Bücher von Peter Senge, Donald Schön, Chris Argyris) bis hin zur lernenden Region (dazu kenne ich bisher wenig) finde ich einen interessantes Gedanken. Die Frage ist nur: Warum sollten in dieser Verbindung gerade das E-Portfolio so eine herausstechende Rolle bekommen? Die Bedeutung von E-Portfolio für das Individuum ist klar. Für die Organisation: Ist damit Lernen am Arbeitsplatz gemeint, Gruppen-E-Portfolios, E-Portfolio als Kompetenznachweis? Und für die Region: Ist da bloß die Bedeutung über die einzelnen Organisationen hinaus gemeint, z.B. für Bewerbungen. Oder kommt hier dem E-Portfolio noch eine ganz andere Rolle zu?
Ravet nennt hier vor allem das Beispielszenario von Wales (siehe auch Career Wales Online)

